Meine sehr verehrten Damen und Herren, hiermit eröffne ich die 105. ordentliche Hauptversammlung der Bayerischen Motorenwerke Aktiengesellschaft. Ich begrüße Sie im Namen des Vorstandes und des Aufsichtsrates sehr herzlich. Besonders begrüßen möchte ich die früheren Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Herrn Doppelfeld, Herrn Professor Milberg, sowie den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Herrn Schoch. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates übernehme ich satzungsgemäß die Leitung dieser Hauptversammlung. Sollte ich gegebenenfalls oder auch nur vorübergehend an der Leitung verhindert sein, wird der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Dr. Bock, diese Hauptversammlung vertretungsweise leiten. An dieser Präsenzversammlung nehmen alle Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates hier vor Ort in der Olympiahalle in München teil. Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, nachdem wir unsere letzten Hauptversammlungen virtuell abgehalten haben, freue ich mich, Sie heute hier in der Olympiahalle in München wieder persönlich begrüßen zu dürfen.
Ich möchte aber auch alle Aktionärinnen und Aktionäre und alle Zuschauerinnen und Zuschauer herzlich grüßen, die diese Versammlung heute online verfolgen. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich gleich zu Beginn etwas zum Format der Hauptversammlung sagen. Das ist ein Thema, das viele beschäftigt. Außerdem ist das Versammlungsformat unter Punkt C in der Tagesordnung auch Gegenstand der heutigen Versammlung. Im Frühjahr 2020 wurde die virtuelle Hauptversammlung vom Gesetzgeber eingeführt, um während der Corona-Pandemie rechtssicher Hauptversammlungen abhalten zu können. Was zunächst als Notlösung gedacht war, hat sich in den darauffolgenden Jahren in verbesserter Form als Motor für die Digitalisierung und Modernisierung der Hauptversammlung erwiesen. Es ist uns gelungen, virtuelle Hauptversammlungen ohne technische Probleme durchzuführen und dabei alle Aktionärsrechte aus der Präsenzversammlung zu gewährleisten, ohne Einschränkungen. Das virtuelle Format hat es unseren Aktionärinnen und Aktionären ermöglicht, von überall auf der Welt an unserer Hauptversammlung teilzunehmen.
Gleichzeitig profitieren unsere Aktionäre und das Unternehmen von geringeren Kosten und die Umwelt von einem schonenden Ressourcenverbrauch. Deshalb hat sich die virtuelle Hauptversammlung nicht nur für Krisenzeiten bewährt, sondern sollte auch weiterhin ein Teil unserer Versammlungspraxis bleiben. Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist aber auch der unmittelbare und persönliche Austausch wichtig. Er verbindet uns und schafft Vertrauen. Deshalb treffen wir uns heute hier in der Olympiahalle zur Hauptversammlung. In den vergangenen Jahren gab es gute Gründe, die für das virtuelle Format gesprochen haben. Für dieses Jahr haben die Argumente für eine Präsenzversammlung überwogen. Das Format der nächsten Hauptversammlung wird der Vorstand zu gegebener Zeit entscheiden. Sorgfältig, verantwortungsvoll und unter Berücksichtigung der dann vorliegenden Umstände. Natürlich vorbehaltlich der Entscheidung über Tagesordnungspunkt 10. Auch in dieser Präsenzversammlung bieten wir unseren Aktionärinnen und Aktionären freiwillig ein umfangreiches Online-Angebot an.
Wie in der virtuellen Hauptversammlung hatten Sie bereits im Vorfeld und haben auch noch während der Hauptversammlung die Möglichkeit, Ihre Stimme online abzugeben. Es konnten außerdem Stellungnahmen in Text und Video eingereicht werden. Zusätzlich haben wir die Funktion "Ihre Meinung zählt" auch in die Präsenzversammlung integriert. Über den Online-Service konnten Sie über Themen abstimmen und eigene Themenvorschläge einbringen, die Sie besonders interessieren und zu denen Sie nähere Informationen auf der Hauptversammlung wünschen. Herzlichen Dank an alle, die sich daran beteiligt haben. Die drei Themen, die von Ihnen am häufigsten gewählt wurden, sind: Erstens geopolitische Entwicklungen und Zölle, zweitens Elektromobilität und Antriebsportfolio und drittens Digitalisierung und neue Technologien. Auf diese und andere Topthemen werden wir später noch vertieft eingehen. Auch noch während dieser Präsenzversammlung haben angemeldete Aktionäre die Möglichkeit, über den Online-Service Stimmen abzugeben sowie Vorschläge und Anregungen, aber auch Kritik, Lob oder sonstige Mitteilungen zu übermitteln.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, damit komme ich vom Format zum Inhalt der Versammlung und zunächst zum Ablauf des heutigen Tages. Nach diesen einleitenden Hinweisen werde ich Ihnen meinen Bericht über die Arbeit des Aufsichtsrates präsentieren. Im Anschluss folgen die Reden unseres Vorstandsvorsitzenden und unseres Finanzvorstands. Danach findet die Diskussion über alle Tagesordnungspunkte statt. Falls Sie im Rahmen der Generaldebatte einen Redebeitrag halten möchten, bitte ich Sie, sich möglichst frühzeitig am Wortmeldetisch zu melden. Der Wortmeldetisch befindet sich links vor der Bühne. Unser Team dort wird Ihnen gerne weiterhelfen. Aktionäre mit eingeschränkter Mobilität können ihren Redebeitrag auch in dem für sie reservierten Bereich anmelden und von dort auch sprechen. Ich wäre Ihnen außerdem dankbar, wenn Sie bei Ihrer Wortmeldung Stichworte abgeben könnten, zu denen Sie sprechen möchten. Damit unterstützen Sie uns, die Generaldebatte nachvollziehbar inhaltlich zu strukturieren.
Im Anschluss an die Generaldebatte folgen die Abstimmungen zu den Beschluss- und Wahlvorschlägen, die wir in einem Sammelgang durchführen werden. Meine Damen und Herren, die Hauptversammlung wurde durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger vom 20. März 2025 ordnungsgemäß einberufen. Alle zugänglich zu machenden Unterlagen stehen seit der Einberufung auf der Internetseite der BMW AG unter www.bmwgroup.com/hv zum Abruf bereit. Dort finden Sie auch alle Links zur Hauptversammlung sowie Weiterleitungen zum Online-Service und zu den Videostreams. Über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehend haben wir entschieden, auch die Präsenzversammlung live im Internet zu übertragen. Die Reden des Vorstandsvorsitzenden und des Finanzvorstands sowie mein Bericht über die Aufsichtsratstätigkeit werden für die interessierte Öffentlichkeit ohne Zugangsbeschränkungen übertragen. Die gesamte Hauptversammlung können angemeldete Aktionärinnen und Aktionäre im Online-Service verfolgen. Die Zugangsdaten für den Online-Service finden Sie in Ihrer Anmeldebestätigung. Das Protokoll der Hauptversammlung erstellt in diesem Jahr der Notar Herr Dr.
Görg, der in der Beurkundung von Hauptversammlungen viel Erfahrung mitbringt. Herr Notar Dr. Fossius, der unsere Hauptversammlungen über viele Jahre begleitet hat, ist zum Ende des vergangenen Jahres in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Umso mehr freut es mich, dass er uns als Kunde treu geblieben ist und wir ihn heute hier als Gast willkommen heißen dürfen. Zu den Versammlungsräumen hier vor Ort gehören alle Bereiche der Olympiahalle, in denen Sie sich nach dem Passieren der Eingangskontrolle aufhalten können. Bitte beachten Sie, dass wir kein stenografisches Wortprotokoll der heutigen Hauptversammlung erstellen. Lediglich die von Aktionären gestellten Fragen werden zur Vorbereitung der Antworten wörtlich mitgeschrieben. Um auch bei schnell oder undeutlich vorgetragenen Fragen eine fehlerfreie Mitschrift zu gewährleisten, erstellen wir für kurze Zeit Tonaufzeichnungen der Fragen. Diese werden nach der Hauptversammlung wieder gelöscht. Im Übrigen weise ich darauf hin, dass Bild- und Tonaufzeichnungen von unserer Hauptversammlung durch Dritte nicht gestattet sind.
Hierfür bitte ich um Ihr Verständnis. Erlauben Sie mir noch folgende Sicherheitshinweise. Zu Ihrer und zu unserer aller Sicherheit haben wir umfassende Vorkehrungen getroffen. Einige davon haben Sie bei der Einlasskontrolle bereits bemerkt. Zu den weiteren Maßnahmen zählt auch die Videoüberwachung der oberen Umläufe und des Arenabereiches. Diese Maßnahmen sind erforderlich, um ein geschütztes Umfeld für uns alle und einen reibungslosen Ablauf der Hauptversammlung zu gewährleisten. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch herzlich bei der Bayerischen Polizei und dem Malteser Hilfsdienst für die Unterstützung bei dieser Großveranstaltung bedanken. Ich möchte Sie außerdem darauf hinweisen, dass die Bühne und der Bereich unmittelbar vor der Bühne während der Versammlung nicht betreten werden dürfen. Es operieren hier mehrere Kamerateams, die sich frei bewegen müssen, um die Versammlung optimal übertragen zu können. Ich danke Ihnen herzlich für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung. Wir treten nun in die Tagesordnung der heutigen Hauptversammlung ein.
Wir beginnen mit Punkt 1 der Tagesordnung: Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses und des gebilligten Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts für die Gesellschaft und den Konzern zum 31. Dezember 2024 sowie des Berichts des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2024. Diese Unterlagen können Sie auf unserer Internetseite einsehen. Dort steht auch die Erklärung zur Unternehmensführung mit der Corporate Governance Berichterstattung zum Abruf bereit. Den schriftlichen Bericht des Aufsichtsrates finden Sie ebenfalls auf unserer Internetseite im BMW Group Bericht. Ich darf mich daher darauf beschränken, einige Schwerpunkte herauszugreifen. Beginnen möchte ich mit der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands. Im vergangenen Jahr hat die Hauptversammlung Frau Dr. Susanne Klatten, Herrn Stefan Quandt und Herrn Dr. Vishal Sikka für eine weitere Amtszeit von rund vier Jahren in den Aufsichtsrat gewählt. Im Anschluss an die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat Herrn Quandt und Frau Dr. Klatten in ihre bisherigen Funktionen im Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen wiedergewählt.
Herr Quandt wurde insbesondere erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Im vergangenen Jahr fanden außerdem die Wahlen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat nach dem Mitbestimmungsgesetz statt. Mit Ablauf der Hauptversammlung 2024 sind Frau Christiane Benner, Herr Bernhard Ebner sowie Herr Johann Horn aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden Frau Professor Dr. Johanna Wenckebach, Herr Ulrich Bauer und Herr Horst Ott. Die neuen Mitglieder habe ich Ihnen bereits in der letzten Hauptversammlung vorgestellt. Zum Ablauf des 31. Oktober 2024 ist außerdem der Vertreter der leitenden Angestellten, Herr Gerhard Kurz, in den Ruhestand getreten und daher aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Zum 1. November 2024 ist für ihn Herr Dr. Michael Nikolaides als gewähltes Ersatzmitglied nachgerückt. Herr Dr. Nikolaides ist seit 2004 bei der BMW Group und leitet den Bereich Produktionsnetzwerk und Logistik.
Im Namen des Aufsichtsrats möchte ich nochmal allen im Jahr 2024 ausgeschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats meinen herzlichen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit aussprechen. Bei der Zusammensetzung des Vorstands gab es 2024 keine Veränderungen. Im laufenden Geschäftsjahr wird unser Entwicklungsvorstand Herr Weber zum Ende dieses Monats im Rahmen einer geplanten Nachfolgeregelung aus dem Vorstand ausscheiden. Für die hervorragenden Leistungen in den vergangenen Jahren möchte ich Ihnen, lieber Herr Weber, im Namen des Aufsichtsrates großen Respekt ausdrücken und herzlich danken. Mit der neuen Klasse haben Sie nicht nur das zentrale Zukunftsprojekt von BMW zur Serienreife gebracht, sondern auch einen Grundstein für den Erfolg unseres Unternehmens in den kommenden Jahren gelegt. Dieses Projekt steht für Innovation, Weitsicht und Mut. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft persönlich alles Gute, vor allem Gesundheit und mehr Zeit für die Familie. Herr Weber, danke. Als Nachfolger von Herrn Weber wird Herr Dr. Joachim Post ab dem 1.
Juni 2025 die Leitung des Vorstandsressorts Entwicklung übernehmen. Herr Dr. Post ist bereits seit Januar 2022 Mitglied des Vorstands und leitet seither das Ressort Einkauf und Lieferantennetzwerk. Zum 1. Juni 2025 hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Nikolai Martin neu in den Vorstand berufen. Er wird die Leitung des Einkaufsressorts von Herrn Dr. Post übernehmen. Herr Dr. Martin ist seit 2004 für die BMW Group tätig und leitete zuletzt die Produktlinie Rolls-Royce und die Produktlinie Oberklasse BMW. Zuvor war er in verschiedenen Führungsfunktionen im Entwicklungsressort tätig. Wir wünschen Ihnen, lieber Herr Dr. Martin, viel Erfolg für Ihre neuen Aufgaben. Meine Damen und Herren, bevor ich zum Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2024 komme, lassen Sie mich noch drei besondere Glückwünsche überbringen. Frau Horstmeier, Mitglied des Vorstands für Personal und Immobilien und Arbeitsdirektorin, hat heute Geburtstag. Alles Gute, Frau Horstmeier. Bereits gestern hat Herr Schmid und Herr Dr. Sikka.
Beide Mitglieder unseres Aufsichtsrates, ihren Geburtstag gefeiert. Also auch an Sie beide nachträglich. Es ist ja nur ein Tag. Alles Gute zum Geburtstag. Sie sehen, die Vorsehung hat geplant, dass Sie beide nebeneinander sitzen. Das passt auch. Ich darf Ihnen beiden also nochmal und der Frau Horstmeier sehr herzlich gratulieren. Lieber Herr Schmid, Sie feiern dieses Jahr außerdem noch zwei weitere Jubiläen. Seit 40 Jahren sind Sie Teil der BMW AG und seit 30 Jahren im Werk Dingolfing tätig. Für diese langjährige Treue und Verbundenheit möchten wir Ihnen besonders danken. Meine Damen und Herren, damit komme ich zu den Schwerpunkten der Aufsichtsratsarbeit im vergangenen Jahr. 2024 war ein Geschäftsjahr mit einigen Herausforderungen. Im Aufsichtsrat haben wir die Geschäftsführung laufend und gründlich überwacht und den Vorstand bei wichtigen Fragen der Unternehmensführung und der Strategie auch beratend begleitet.
Die geopolitischen Entwicklungen und ihre Auswirkungen haben wir mit dem Vorstand in jeder Situation, in jeder Sitzung ausführlich erörtert. Auch die Antisubventionsuntersuchung der EU-Kommission und die EU-Einfuhrzölle auf vollelektrische Fahrzeuge aus China waren wichtige Themen. Besonderes Augenmerk haben wir hier auf das Risikomanagement gelegt. Der Vorstand hat uns außerdem schon im letzten Jahr verschiedene Szenarien vorgestellt, wie sich der internationale Handel und Güterverkehr entwickeln könnten. Dabei ging es auch um drohende Zölle und die Risiken, die damit verbunden sind. Wir haben uns genau erklären lassen, welche Maßnahmen das Unternehmen ergreift. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Aufsichtsratstätigkeit betraf den wichtigen Markt China. Ausführlich haben wir uns die China-Strategie des Unternehmens erläutern lassen, einschließlich einer Analyse des Wettbewerbsumfelds und der spezifischen Kundenbedürfnisse. Wir haben uns außerdem mit der Wettbewerbsfähigkeit unserer Produktion befasst. Dabei haben wir insbesondere den Local-for-Local-Ansatz der BMW Group erörtert.
Local-for-Local bedeutet, dass wir unsere Produkte dort herstellen, wo sie auch verkauft werden sollen. Dadurch verkürzen wir die Transportwege und steigern unsere Resilienz gegenüber Handelsbeschränkungen, wie zum Beispiel Zöllen. Außerdem können wir schneller auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden vor Ort eingehen. Wir haben uns auch intensiv mit der Unternehmensstrategie der BMW Group und den zentralen Zukunftsthemen Antriebsstrategie und Elektromobilität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit beschäftigt. Der vom Vorstand eingeschlagene Weg der Technologieoffenheit hat sich auch im letzten Jahr als richtig erwiesen. Er gibt uns die Flexibilität, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen in den Märkten mit einem passenden Angebot zu reagieren. Gerade in einem volatilen Marktumfeld, wie wir es in den vergangenen Jahren erlebt haben, ist das ein Schlüssel zum Erfolg. Im Bereich der Elektromobilität haben wir uns insbesondere mit Effizienzsteigerungen in der Batterietechnologie sowie mit Kooperationen bei der Ladeinfrastruktur befasst.
Dass wir dabei auf dem richtigen Weg sind, zeigt das deutliche Wachstum vollelektrischer Fahrzeuge im Geschäftsjahr 2024. Die Potenziale der künstlichen Intelligenz haben wir auch im Aufsichtsrat behandelt. Diese Technologie eröffnet uns viele und völlig neue Möglichkeiten, sei es bei unseren Fahrerassistenzsystemen, bei der Interaktion mit unseren Kundinnen und Kunden, bei der Beschaffung und Aufbereitung von Informationen oder bei der Optimierung von internen Prozessen. Als Aufsichtsrat haben wir uns auch von den Fortschritten bei der Nachhaltigkeit überzeugt. Der Vorstand hat uns über die Maßnahmen zur Dekarbonisierung informiert, und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zur Nutzungsphase unserer Fahrzeuge. Auch mit der Compliance haben wir uns gründlich befasst. Der Chief Compliance Officer hat uns im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat regelmäßig über die Weiterentwicklung des Compliance-Management-Systems berichtet.
Im Jahr 2024 wurde eine externe Prüfung des Compliance-Management-Systems mit den Schwerpunkten Antikorruption und Kartellrechtskompliance nach dem Prüfungsstandard des Instituts für Wirtschaftsprüfer in Deutschland durchgeführt und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk abgeschlossen. Über den Stand und die Entwicklung wichtiger Rechtsverfahren und Untersuchungen ließ sich der Prüfungsausschuss ebenfalls regelmäßig unterrichten und im Einzelfall durch externe Rechtsanwälte beraten. Zuletzt möchte ich noch auf die Behandlung des Jahres- und Konzernabschlusses eingehen, die ebenfalls zu den wesentlichen Aufgaben des Aufsichtsrates gehört. Unsere Prüfung der Rechnungslegung zum 31. Dezember 2024 haben wir im schriftlichen Aufsichtsratsbericht ausführlich erläutert. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 sowie den zusammengefassten Lagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Dem Ergebnis der Abschlussprüfung hat der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses nach eigener gründlicher Prüfung zugestimmt. Einwendungen waren nicht zu erheben.
Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist somit festgestellt. Auch die zusammengefasste nicht-finanzielle Konzernerklärung und die Erklärung zur Unternehmensführung hat der Aufsichtsrat geprüft und gebilligt. Für die nicht-finanzielle Erklärung wurde als Rahmenwerk erstmals die European Sustainability Reporting Standards oder abgekürzt ESRS angewendet. Über die Vorbereitung des Unternehmens auf die neuen Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung hat uns Herr Mertl mehrfach berichtet. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Geschäftsjahr 2024 war geprägt von einigen Herausforderungen, politisch und wirtschaftlich. In diesem anspruchsvollen Umfeld hat die BMW Group Stärke und Anpassungsfähigkeit bewiesen. Technologieoffenheit und unsere weltweite Präsenz haben es uns ermöglicht, unterschiedliche Entwicklungen in den Märkten auszugleichen. Das war und ist ein Erfolgsrezept der BMW Group.
Im Namen des Aufsichtsrates möchte ich den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BMW Group weltweit für ihre starke Gemeinschaftsleistung und ihren hohen Einsatz unsere Anerkennung aussprechen und sehr herzlich danken. Meine Damen und Herren, ich komme nun zu den weiteren Punkten der Tagesordnung. Unter Punkt 2 der Tagesordnung schlagen wir Ihnen die Auszahlung einer Dividende in Höhe von €4,32 je Vorzugsaktie sowie €4,30 je Stammaktie vor. Der Aufsichtsrat hat den Dividendenvorschlag geprüft und hält die Höhe der Dividende für angemessen. Weitere Einzelheiten zu TOP 2 wird Ihnen nachher unser Finanzvorstand Herr Mertl erläutern. Unter Punkt 3 und 4 der Tagesordnung schlagen wir Ihnen die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats vor. Als Versammlungsleiter lege ich fest, dass die Abstimmungen über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder im Wege der Einzelentlastung durchgeführt werden.
Unter Punkt 5.1 der Tagesordnung schlägt der Aufsichtsrat vor, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Breiswotterhaus-Kupas GmbH zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2025 sowie zum Prüfer für die prüferische Durchsicht des Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts zu bestellen. Nach dem geplanten Gesetz zur Umsetzung der sogenannten Corporate Sustainability Reporting Directive, kurz CSRD, soll die Hauptversammlung künftig auch den Prüfer für die Nachhaltigkeitsberichterstattung wählen. Vorsorglich für den Fall, dass das geplante CSRD-Umsetzungsgesetz eine solche Wahl bereits für den Nachhaltigkeitsbericht 2025 vorschreibt, schlägt der Aufsichtsrat unter 5.2 der Tagesordnung vor, PwC auch als Prüfer für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu wählen. Erlauben Sie mir, dass ich die Wahlen zum Aufsichtsrat unter Punkt 6 der Tagesordnung kurz zurückstelle und zunächst die Tagesordnungspunkte 7 bis 11 vorstelle. Unter Punkt 7 der Tagesordnung legen wir Ihnen den Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2024 zur Billigung vor. Das ausführliche Berichtsdokument ist auf unserer Internetseite für die Hauptversammlung abrufbar.
Dort finden Sie auch eine zusammenfassende Präsentation. Daher beschränke ich mich im Folgenden auf einige wesentliche Punkte. Für das abgelaufene Geschäftsjahr kam das seit 2021 gültige Vergütungssystem für den Vorstand unverändert zur Anwendung. Auch die Grundvergütung und die Zielvergütung wurden in diesem Zeitraum nicht erhöht. Die Zielerreichungsgrade reflektieren das herausfordernde Marktumfeld im abgelaufenen Geschäftsjahr und belegen, dass wir ambitionierte Ziele gesetzt hatten. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr geht die Vorstandsvergütung im Ergebnis in einem ähnlichen Umfang zurück wie der Ergebnisanteil der Aktionäre der BMW AG. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist als reine Festvergütung ausgestaltet. Bei unterjährigen Veränderungen wird sie zeitanteilig berechnet. PwC hat den Vergütungsbericht inhaltlich geprüft und einen uneingeschränkten Prüfungsvermerk erteilt. Unter Punkt 8 der Tagesordnung legen wir Ihnen heute das weiterentwickelte Vergütungssystem für den Vorstand ab dem Geschäftsjahr 2025 zur Billigung vor. Da sich das bisherige Vergütungssystem nach Auffassung des Aufsichtsrates bewährt hat, waren keine grundlegenden Anpassungen erforderlich.
Unverändert blieben deshalb insbesondere die Obergrenzen im Sinne einer Maximalvergütung. Eine ausführliche Darstellung des weiterentwickelten Vergütungssystems sowie eine erläuternde Präsentation sind auf der Internetseite für die Hauptversammlung abrufbar. Lassen Sie mich daher nur einige wesentliche Punkte herausgreifen. Die Bandbreite für die aktienorientierte Vergütung wurde erhöht, wodurch die Langfristigkeit der variablen Vergütung weiter gestärkt werden soll. Änderungen gab es auch bei der Zusammensetzung der sogenannten Tantieme, also der Short-Term Incentive. Die Höhe der Tantieme hängt vom Erreichen festgelegter finanzieller und nicht-finanzieller Ziele ab. Die Gewichtung der finanziellen Ziele innerhalb der Tantieme wurde von 50% auf 70% erhöht. Nicht-finanzielle Ziele fließen nun entsprechend mit 30% in die Berechnung ein, statt wie bisher mit 50%. Jeweils unter der Annahme, dass die festgelegten Ziele zu 100% erreicht werden. Dadurch stärken wir die Ausrichtung auf Profitabilität und Wachstum.
Bei den nicht-finanziellen Zielen wurde die Anzahl der Leistungskriterien und damit die Komplexität deutlich verringert. Der Anteil der sogenannten ESG-Ziele an den nicht-finanziellen Zielen beläuft sich im Zielfeld nun auf mindestens 50%. Die englische Abkürzung ESG steht für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Wie bisher ist die langfristige aktienorientierte Vergütung an finanzielle und nicht-finanzielle Zielsetzungen gekoppelt. Im weiterentwickelten Vergütungssystem ist nun zusätzlich ein Mindestanteil an ESG-Zielen vorgeschrieben. Das unterstützt die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie und bietet zugleich ausreichende Flexibilität, auf Veränderungen zu reagieren. Zusätzlich zu den bestehenden Aktienhalteverpflichtungen werden die Mitglieder des Vorstandes mit einer sogenannten Share Ownership Guideline verpflichtet, einen erheblichen Teil ihrer Vergütung in BMW Stammaktien zu investieren und diese bis zum Ausscheiden aus dem Vorstand zu halten. Dies stärkt zusätzlich die langfristige unternehmerische Orientierung des Vorstands. Für alle Einzelheiten des weiterentwickelten Vergütungssystems verweise ich nochmals auf die entsprechenden Unterlagen auf der Internetseite für die Hauptversammlung 2025.
Was die absoluten Zielvergütungen angeht, so wurden diese für das laufende Geschäftsjahr 2025 erstmals nach vier Jahren angemessen erhöht. Unter Punkt 9 der Tagesordnung schlagen wir die Bestätigung der Vergütung des Aufsichtsrates vor. Da die Hauptversammlung 2021 die zugrunde liegende Satzungsregelung mit 99,4% der Stimmen beschlossen hat und keine Änderungen vorgeschlagen werden, möchte ich mich kurz fassen. Das Vergütungssystem für den Aufsichtsrat sieht eine reine Festvergütung vor, die in der Höhe unverändert bleiben soll. Sie finden alle Details in der entsprechenden Unterlage auf unserer Internetseite. Damit komme ich zu Punkt 10 der Tagesordnung. Wie ich bereits in meinen Eingangsworten ausgeführt habe, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, die bestehende Ermächtigung zur Abhaltung von virtuellen Hauptversammlungen zu erneuern. Große Hauptversammlungen erfordern eine intensive Vorbereitung. Dabei müssen Unternehmen eine gewisse Zeit beide Verhandlungsformate planen und notwendige Ressourcen vorhalten. Das erzeugt zusätzliche Kosten. Ein längerfristiger Planungshorizont wird dazu beitragen, diese Zusatzkosten zu reduzieren.
Vorstand und Aufsichtsrat halten es deshalb für sinnvoll, die neue Ermächtigung auf die vom Aktiengesetz vorgesehenen fünf Jahre zu befristen. Uns ist bewusst, dass die vorgeschlagene Befristung unterschiedliche Meinungen hervorruft. Manche Investoren äußern Bedenken, dass sich Unternehmen im virtuellen Format einer offenen Debatte und Kritik von Aktionären entziehen könnten. Diese Bedenken nehmen wir ernst. Aber lassen Sie mich auch betonen: BMW steht für einen offenen, konstruktiven Dialog mit Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären und mit allen anderen Interessensgruppen. Technologieoffenheit ist ein Grundpfeiler unseres Unternehmens. Das gilt für unsere Produkte ebenso wie für das Format unserer Hauptversammlung. Der Vorstand wird auch künftig sorgfältig abwägen, welches Format den jeweiligen Anforderungen und Gegebenheiten am besten gerecht wird. Dass wir diesen Anspruch ernst nehmen, zeigt sich auch in der bewussten Entscheidung für die heutige Präsenzversammlung hier in der Olympiahalle. Wie Sie bereits...
Wie Sie bereits bei der Einberufung entnehmen konnten, ist es zudem unsere Absicht, innerhalb des Ermächtigungszeitraums mindestens eine Hauptversammlung mit physischer Anwesenheit der Aktionäre abzuhalten. Meine Damen und Herren, unter Punkt 11 der Tagesordnung schlagen wir Ihnen vor, die seit 2022 bestehende Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien zu erneuern. Weitere Einzelheiten dazu wird Ihnen nachher Herr Mertl erläutern. Damit komme ich abschließend zu den Wahlen zum Aufsichtsrat. Unter Punkt 6 der Tagesordnung schlagen wir Ihnen die Wiederwahl von vier Aufsichtsratsmitgliedern und eine Neuwahl in den Aufsichtsrat vor. Alle vorgeschlagenen Kandidaten und Kandidatinnen schätzen wir als unabhängig im Sinne des deutschen Corporate Governance Kodex ein. Ich freue mich sehr darüber, dass sich Herr Dr. Marc Bitzer, Frau Rachel Empey, Frau Anke Schäferkordt und Herr Professor Dr. Christoph Schmidt heute für eine weitere Amtszeit von jeweils vier Jahren zur Wahl stellen.
Bitzer ist Chairman und Chief Executive Officer der Whirlpool Corporation, einem der weltweit führenden Hersteller von Haushaltsgeräten. Neben der deutschen besitzt Herr Dr. Bitzer auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung bringt Herr Dr. Bitzer ein tiefes Verständnis für die Entwicklung von innovativen Produkten und die Bedürfnisse der Kunden mit. Ich bin überzeugt, dass Herr Dr. Bitzer mit seinen Fähigkeiten und seinem strategischen Weitblick weiterhin einen wichtigen Beitrag im Aufsichtsrat leisten wird. Frau Rachel Empie ist eine erfahrene Managerin und ausgewiesene Finanzexpertin. Sie besitzt die britische und die deutsche Staatsbürgerschaft. Frau Empey war Finanzvorständin bei mehreren großen international tätigen Unternehmen. Darüber hinaus bringt sie wertvolle Erfahrungen als Non-Executive Officer bei einem britischen Automobilhändler und Importeur in die Arbeit im Aufsichtsrat ein. Mit ihrer umfassenden Expertise in Finanzfragen und ihrer Branchenkenntnis ist Frau Empey eine hervorragende Ergänzung für den Aufsichtsrat der BMW AG.
Auch Frau Schäferkordt bringt relevante Erfahrungen aus früheren Vorstands- und Geschäftsführungsfunktionen sowie der Überwachung anderer größerer und international tätiger Unternehmen mit. Sie ist ebenfalls Finanzexpertin. Sie hat insbesondere umfassende Kenntnisse und Erfahrungen in verschiedenen Führungspositionen in den Bereichen Kommunikation und Unternehmensführung gesammelt. Mit ihrer Expertise aus der Medienwelt bereichert Frau Schäferkordt die Arbeit im Aufsichtsrat in besonderer Weise. Deshalb sind wir überzeugt, dass sie auch künftig Mitglied in unserem Aufsichtsrat sein sollte. Frau Schäferkordt hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Frau Empie und Frau Schäferkordt nehmen auch Aufgaben in Ausschüssen des Aufsichtsrates wahr: Frau Empie im Prüfungsausschuss und Frau Schäferkordt im Vergütungsausschuss. Herr Professor Schmidt ist ein national und international hochgeschätzter Wirtschaftswissenschaftler oder noch genauer Ökonometriker. Er ist Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen und Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik und angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum.
Darüber hinaus engagiert sich Herr Professor Schmidt in renommierten Expertengremien wie etwa bei ESYS Energiesysteme der Zukunft, einem wichtigen deutschen Projekt zur wissenschaftlichen Begleitung der Energiewende. Mit diesem Hintergrund bringt Herr Professor Schmidt wertvolle Qualifikationen für die Arbeit im Aufsichtsrat mit. Wir freuen uns deshalb sehr, dass er sich heute zur Wiederwahl stellt. Herr Professor Schmidt hat die deutsche und australische Staatsangehörigkeit. Wenn Sie die heute zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten noch etwas besser kennenlernen wollen, lade ich Sie herzlich ein, unsere Internetseite zur Hauptversammlung zu besuchen. Dort finden Sie kurze Videos, in denen sich alle Kandidatinnen und Kandidaten persönlich vorstellen. Meine Damen und Herren, mit dem Ende der heutigen Hauptversammlung endet schließlich auch mein Mandat als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats. Nach sehr ereignisreichen und erfüllenden Jahren in diesem Gremium ist der richtige Zeitpunkt gekommen, das Staffelholz an einen Nachfolger weiterzureichen.
Als Nachfolger für meine Person schlägt der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Nominierungsausschusses Herrn Dr. Nicolas Peter ab Beendigung dieser Hauptversammlung für eine Amtszeit von vier Jahren in den Aufsichtsrat zu wählen. Der Aufsichtsrat unterstützt zudem den Vorschlag, Herrn Dr. Peter im Falle seiner Wahl in den Aufsichtsrat zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats sowie zum Mitglied des Prüfungsausschusses zu wählen. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats ist der Vorsitzende außerdem Mitglied und Vorsitzender des Präsidial-, des Vergütungs- und des Nominierungsausschusses sowie kraft Gesetz des Vermittlungsausschusses. Herr Dr. Peter ist für viele von Ihnen wahrscheinlich kein Unbekannter. Bis vor zwei Jahren war er Finanzvorstand der BMW AG und hat in dieser Rolle das Unternehmen mit großer Zielstrebigkeit und ruhiger Hand durch viele Herausforderungen geführt. Ich könnte Ihnen noch viel über weitere Qualifikationen von Herrn Dr. Peter erzählen.
Peter aufzählen, aber als Kandidat für eine erstmalige Wahl in den Aufsichtsrat möchte ich ihm selbst die Gelegenheit geben, sich bei Ihnen vorzustellen. Herr Dr. Peter, Sie haben das Wort. Vielen Dank, Herr Dr. Reithofer, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre. Es ist mir eine Ehre, mich Ihnen persönlich vorzustellen, auch wenn mich viele vielleicht noch kennen. Von Januar 2017 bis Mai 2023 habe ich im Vorstand das Finanzressort geführt. In dieser Funktion stand ich Ihnen im Rahmen der Hauptversammlung sieben Mal Rede und Antwort. Der Fokus auf operative Exzellenz war mir stets wichtig als zentraler Pfeiler der Leistungskraft Ihres Unternehmens und Voraussetzung für profitables Wachstum. Das gilt umso mehr, wenn die Entwicklungen im Umfeld herausfordernd oder unsicher sind. Gerade in den vergangenen Monaten sehen wir, wie sich die geopolitische Lage fortwährend verändert, mit entsprechenden Auswirkungen auf Wirtschaft und Unternehmen. Aber das ist nicht neu.
Denken Sie an die Finanz- und Wirtschaftskrise. Damals habe ich das Konzerncontrolling geführt und in der Corona-Pandemie stand ich als Finanzvorstand in der Verantwortung. Beides waren einschneidende Ereignisse, die Ihr Unternehmen gemeistert hat und nach denen es sich noch robuster aufgestellt hat. Bei BMW stehen nie einzelne Personen im Mittelpunkt. Priorität hat zu jeder Zeit die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens in entscheidenden Phasen, auch mit großen Innovationssprüngen. Darin liegt das Erfolgsgeheimnis von BMW. Ich durfte die BMW Group aus verschiedenen Perspektiven intensiv kennenlernen. Das betrifft meine fachlichen Funktionen in verschiedenen Ressorts des Unternehmens. Gleichzeitig habe ich mit allen Regionen intensiv zusammengearbeitet und mir in vielen großen wie auch kleinen Märkten vor Ort selbst ein Bild gemacht. Geprägt haben mich in besonderer Weise meine Zeit als Vorsitzender des Verwaltungsrats unseres Joint Ventures in China und auch meine Station in europäischen Märkten sowie als Leiter der Vertriebsregion Europa.
Auch persönlich fühle ich mich Europa tief verbunden. Als deutscher und französischer Staatsbürger bin ich zweisprachig aufgewachsen. Europa ist in meinen Augen ein großartiges Gemeinschaftsprojekt, von dem alle profitieren. Darum lohnt es sich, für unseren Zusammenhalt und die Wettbewerbsfähigkeit der EU einzutreten. Dazu leistet auch die BMW Group einen messbaren Beitrag. Jede Weltregion stellt heute eigene Anforderungen an globale Unternehmen. Vor allem digitale Innovationen, künstliche Intelligenz und strategische Partnerschaften sind auch für den Erfolg der BMW Group elementar. Wie rasant sich technologische Entwicklungen beschleunigen, habe ich in besagter Rolle als Chairman des Board of Directors des China Joint Ventures BMW Brilliance direkt miterlebt. Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, seit meinem Ausscheiden aus dem operativen Geschäft bei BMW habe ich weitere Erfahrungen in Aufsichtsgremien anderer börsennotierter Industrieunternehmen gesammelt. Das betrifft den Automobilsektor sowie die eng vernetzte Welt der Logistik und Lieferketten. Beide Mandate enden mit diesem Monat.
Des Weiteren bin ich Mitglied im Verwaltungsrat eines europäischen Bankinstituts. Seit Mai 2023 bin ich Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex. Ganz neue Blickwinkel hat mir meine Tätigkeit als Vorsitzender des Kuratoriums der eigenständigen Stiftung BMW Foundation Herbert Quandt eröffnet. Ich habe es als Privileg empfunden, mich mit großen Zukunftsthemen unserer Weltgemeinschaft wie Energiesicherheit und Klimawandel auseinanderzusetzen. Besonders wertvoll war für mich dabei der Austausch mit Entscheidern aus unterschiedlichsten Bereichen und deren Lösungsansätzen. Offen zu sein für andere Kulturen und Denkräume, einander zuzuhören und andere Meinungen zu respektieren, das bringt uns als Gesellschaft wie auch als Unternehmen voran. Ein konstruktives Miteinander prägt in besonderer Weise die Kultur bei BMW. Das spiegelt sich auch in der Zusammenarbeit von Arbeitgeberseite und Arbeitnehmervertretung wider. Das gemeinsame Streben nach Erfolg basiert auf dem Willen und der Fähigkeit, dauerhaft Höchstleistungen zu erbringen und sich immer wieder selbst zu fordern.
Sie als Aktionärinnen und Aktionäre stehen dabei verlässlich an der Seite des Unternehmens. Meine Damen und Herren, meine Erfahrung und mein Wissen möchte ich gerne in die Arbeit des Aufsichtsrats einbringen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihr Vertrauen schenken. Vielen Dank. Herzlichen Dank, Herr Peter, für Ihre Vorstellung. Meine sehr geehrten Damen und Herren, damit bin ich am Ende meiner Ausführungen angelangt und möchte nun das Wort an unseren Vorstandsvorsitzenden Herrn Zipse übergeben. Er wird über das abgelaufene Geschäftsjahr berichten und auch einen Ausblick auf die Planungen des Vorstands geben. Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, unser Leben wird immer digitaler. Virtuelle Formate haben viele Vorteile, Sie wissen das, gerade im globalen Geschäft. Doch der Mensch ist nicht digital. Wir alle wollen uns auch persönlich austauschen und uns dabei in die Augen schauen.
Was ich damit sagen will: Es ist schön, dass Sie alle heute in der Olympiahalle sind und auch allen, die uns via Bildschirm verfolgen, seien Sie uns herzlich willkommen. Dies ist die 105. Hauptversammlung Ihres Unternehmens und das Herz von BMW schlägt überall auf der Welt. BMW ist ein globales Team, ein Gemeinschaftsgefühl, 159.000 Menschen. Hochmotiviert, leistungsstark und innovativ. Wir alle machen die BMW Group aus und natürlich könnte man auch sagen: BMW, das ist ein DAX-Konzern, ein sicherer Arbeitgeber, im Grunde ein abstraktes Gebilde. Doch wir und Sie alle wissen: BMW, das ist so viel mehr als das. Darum stehen wir zusammen und immer wieder beweisen wir: Wir nutzen Chancen, handeln schnell und sind enorm flexibel. Aus unerwarteten Ergebnissen lernen wir, darauf kommt es an. Hinterher sind wir dann stärker als zuvor. Wie nach der globalen Finanzkrise oder, Sie erinnern sich, der Corona-Pandemie.
Entscheidungen treffen wir mit langfristiger Perspektive. Und dieses Selbstverständnis stammt vom Unternehmer Herbert Quandt. Seine Familie führt sein Vermächtnis auch heute noch in die Zukunft. So wie wir im Unternehmen. Sie als Aktionärinnen und Aktionäre sind dabei stets an unserer Seite. Sie gewähren uns unternehmerischen Freiraum. Ein Privileg, das wir wirklich sehr schätzen. Erst recht in bewegten Zeiten wie diesen. Unser Umfeld ist dynamisch wie noch nie. Gleichzeitig hochkomplex in den Anforderungen. Es ist geprägt von Spannungsfeldern und Paradoxien. Allen voran die neuen Realitäten in der Geopolitik. Sie beeinflussen unser Geschäft ganz direkt. Zudem konsolidiert sich unsere Branche. Der Wandel zur Elektromobilität ist hier nur eine Facette. Der Prozess ist allumfassend. Ein Technologierennen, in dem wir uns befinden. Am Ende wird es gar zu einem Ausscheidungsrennen. Wenn alles unsicher ist, warten viele ab, verharren im Leerlauf. Nicht so Ihr Unternehmen. Wir schalten genau jetzt in den Sportmodus.
Beide Hände am Lenkrad, den Blick klar nach vorne. Hier steht der BMW Vision Neue Klasse. Den kennen Sie bereits. Später zeige ich Ihnen noch mehr die beiden ersten Serienmodelle der neuen Klasse. Aus Vision wird Realität. Unser nächster Meilenstein für BMW und das gesamte Unternehmen. Weil wir Trends in den Märkten antizipieren, können wir immer wieder technologisch weit springen zum richtigen Zeitpunkt. Sie kennen uns. Wir investieren vorausschauend gleichzeitig in Elektrifizierung, in Digitalisierung, in unser Produktionsnetzwerk, unsere Produkte und natürlich in die Neue Klasse. 2024 haben wir den Höchststand bei Investitionen in Forschung und Entwicklungsleistungen erreicht. Die Werte liegen jeweils über €9 Milliarden. Das ist ein Höchstwert, kein Plateau. Wir haben viel Geld in die Hand genommen und in den kommenden Jahren zahlen sich diese Vorleistungen voll aus. Das hatten wir Ihnen versprochen.
Und unsere Zukunftspläne setzen wir in Ihrem Sinne um. Sie partizipieren am dauerhaften Erfolg Ihres Unternehmens, so wie auch unsere Mitarbeitenden. Unserer Shareholder-Return-Strategie bleiben wir treu. 36,7% des Bilanzgewinns schütten wir an Sie aus. In Summe über €2,6 Milliarden, sofern Sie nachher unserem Dividendenvorschlag zustimmen. So hoch lag im Übrigen unsere Ausschüttungsquote noch nie. Ihr Unternehmen ist robust aufgestellt und gleichzeitig zukunftsorientiert. Wir digitalisieren unsere Fahrzeuge, nutzen Tech-Cluster und Architekturen mit großem Potenzial zur Skalierung. Wir setzen künstliche Intelligenz ein, und zwar in der gesamten Wertschöpfungskette. Schon bald ist nahezu jeder Prozess im Unternehmen KI-gestützt. So werden wir noch schneller und noch präziser. Und zwar nicht nur in Produktion und Logistik. Effiziente Kostenstrukturen sind bei uns Standard und darauf können Sie sich immer verlassen. Die Automobilindustrie hat schon viele Durchbrüche durchlaufen. Getriggert durch Industrialisierung, den technologischen Fortschritt, neue Prozesse und natürlich die Entwicklung der Märkte.
Aber zunehmend auch durch Regulatorik und die gesellschaftliche Denke. Unser BMW Weg ist geprägt von Zuversicht, denn wir bieten substanzielle Antworten. Was, wie wir das tun, das möchte ich Ihnen heute aufzeigen. Unsere Strategie ist marktorientiert und technologieoffen. Unsere Ziele, die angepassten Ziele 2024, haben wir erreicht. 2025 wollen wir wachsen. Unser globaler Fußabdruck ist Differenzierungsfaktor und Wettbewerbsvorteil in einer fragmentierten Welt. Unser Zukunftsprojekt für Techführerschaft BMW ist die Neue Klasse und die Neue Klasse ist BMW. Mein erster Punkt widmet sich unserer Strategie. Technologisch offen zu sein bedeutet, den Märkten zu folgen. Sie wandeln sich, aber eben nicht gleich schnell. Wir haben Position bezogen und ab und zu mal auch ein bisschen Gegenwind ausgehalten. Jetzt aber dreht der Wind in unsere Richtung. BMW, später Sieger der Antriebswende, wie BMW vom Zauderer zum Zauberer wurde, die wahren deutschen Elektro-Champions.
Das waren Schlagzeilen aus auto motor und sport, der Wirtschaftswoche und die Welt. Wir gehen preisen für unsere Modelle und ganz wichtig für unsere Antriebsvielfalt. Etwa das goldene Lenkrad. Ich habe die drei Trophäen in Berlin in Empfang genommen. Ein schöner Moment. Unsere Marken und Produkte kommen eben bestens an. Beim German Car of the Year hat zum ersten Mal überhaupt eine technologieoffene Baureihe gewonnen. Der Fünfer und der i5 gleichzeitig. Andere Hersteller rudern zurück oder sie justieren ihre Strategie. Wir legen, meine Damen und Herren, vor. Die neue Bundesregierung bekennt sich zum breiten Technologieansatz. Die EU-Kommission will Europa wettbewerbsfähiger machen. Im Green Industrial Deal werden Klimaschutz und Wirtschaft endlich zusammengebracht. Gut so. E-Antriebe, Plug-in-Hybride, hocheffiziente etablierte Antriebsformen. Diese Breite beherrscht niemand besser als Ihr Unternehmen. 2028 ergänzen wir ein Serienmodell mit Wasserstoffantrieb, so wie angekündigt.
All das nützt unseren Kundinnen und Kunden und gleichzeitig bringt es den Klimaschutz messbar und massiv voran. Das belegen wir mit Zahlen und mit Fakten. Die BMW Group hat das CO2-Flottenziel der EU unterschritten. Und zwar signifikant. Mehr als 30 Gramm im Jahr 2024. Ein enormer Sprung. Das muss man erst einmal schaffen. Nach unseren internen Berechnungen lagen wir erstmals unterhalb der 100-Gramm-Grenze. Exakt bei 99,5 Gramm CO2 pro Kilometer. Die EU-Kommission veröffentlicht die Daten dann zum Jahresende. 2025 ziehen wir die Schraube weiter an. Auch diese deutlich verschärften Ziele wollen wir in diesem Jahr erreichen. Darauf bereiten wir uns vor. So kennen Sie uns. Ambitionierte politische Ziele sind wichtig. Jedoch nicht im Duktus einer technisch einseitigen Angebotsregulierung. Das gilt ebenfalls für die Kreislaufwirtschaft. Investitionen ermöglichen und fördern einen umfassenden Ansatz. E-Mobilität als singuläre Technologie, das wissen Sie, führt in die Sackgasse.
Das ist nun offensichtlich. Zu gravierend sind die Unterschiede selbst innerhalb Europas. Belgien zum Beispiel bietet Anreize und prompt sind Elektro- und Hybridmodelle die beliebtesten Neuwagen. Ihr Marktanteil lag 2024 in Belgien bei über 60%. Ganz anders Italien. Hier betrug der Anteil von E-Autos im Jahr 2024 nur rund 4%. 4% der Gesamtverkäufe. Liegt das an den Produkten? Mit Sicherheit nicht. Liegt es an den Kunden? Definitiv nicht. Die Gretchenfrage vielmehr lautet: Wie reduzieren wir effektiv weiter CO2? Sicher nicht, indem wir in Schwarz-Weiß-Kategorien denken. Wer für eine Sache ist, muss nicht automatisch gegen alles andere sein. Unser Ansatz beweist das kontinuierlich und höchst wirksam. Handeln wir also alle viel stärker chancenorientiert, verfolgen wir statt Austritts besser Einstiegsszenarien. Politische Ziele sollten die Situation auf den Märkten realistisch abbilden und berücksichtigen. Sie sollten natürlich auch betriebswirtschaftlich umsetzbar sein.
Unser globales Investitionsverhalten schaut jetzt bereits in Richtung 2030 und natürlich auf das Jahr 2035. Dafür ist das Review der EU-Ziele ganz maßgeblich. Jetzt können wir gemeinsam mit der Politik das System überarbeiten. Europa braucht eine leistungsstarke Automobil- und Zulieferindustrie. Dafür kämpfen wir und treten auch Fehlentwicklungen entschlossen entgegen. Für unsere Kunden bleiben wir breit aufgestellt. Für Sie als Aktionäre sichern wir so den Erfolg Ihres Unternehmens. Denn wir vergeben nicht leichtfertig Marktpotenziale. Wir bleiben hart und konsequent in der Sache, jedoch stets im Dialog mit weltweiten Entscheidern. Wir erläutern die komplexen Mechanismen in unserer Industrie. Wie wirken zum Beispiel Gesetzesvorhaben auf Märkte und auf die Praxis? Der Vorstand und ich bringen uns hier ganz persönlich ein. Vor allem aber, meine Damen und Herren, überzeugt Ihr Unternehmen mit Taten. Schon mehr als 15 vollelektrische Modelle sind inzwischen auf dem Markt.
Das hatte ich Ihnen im vergangenen Jahr so zugesichert. Gerade wurde der BMW iX neu aufgelegt. Da drüben steht: Bis zu 701 Kilometer fährt elektrisch nach WLTP. Auch 2024 haben batterieelektrische Fahrzeuge unser Wachstum getrieben. Man nennt sie kurz BEVs. Über 17% unseres Gesamtabsatzes waren Ende des Jahres bereits vollelektrisch. Es wird auch Sie freuen: Diesen positiven Trend konnten wir 2025 im ersten Quartal bereits beschleunigen. Im ersten Quartal legten unsere weltweiten BEV-Verkäufe kräftig zu, über 30%. Stark war insbesondere Europa. Hier betrug das Plus über 60% in diesem Jahr. In den USA bereits über 20%. Rechnet man BEVs und Plug-in-Hybride zusammen, ist aktuell mehr als jedes vierte Fahrzeug, das die BMW Group verkauft, elektrifiziert. Nahezu jedes fünfte verkaufte Automobil fährt bei uns schon rein elektrisch. Sie sehen, wir kommen schnell voran. Wir liefern und bleiben stets glaubwürdig.
Mein zweiter Punkt umfasst unsere Ziele. Sie kennen uns. Sie sind immer ambitioniert. Selbst bei schwierigen Bedingungen schrumpfen nie alle Märkte. Es gibt immer Regionen, die auch wachsen und wir Marktanteile gewinnen. 2024 haben wir diese Potenziale voll ausgeschöpft. In drei der vier großen Vertriebsregionen weltweit haben wir mehr verkauft und oft eben auch gleichzeitig Marktanteile gewonnen. Freude ist der Kern von BMW. Ein rundum positives Gefühl. Unsere vier Konzernmarken sind einzigartig und natürlich charakterstark. BMW, MINI, Rolls-Royce und natürlich BMW Motorrad. BMW bleibt an der Spitze des Premium-Segments. Hochdynamisch war die BMW M GmbH unterwegs. Der 13. Absatzrekord in Folge. Fast jeder zehnte verkaufte BMW war ein profitables M-Modell im vergangenen Jahr. Bei MINI ist die neue MINI-Familie nun vollständig. Fünf Modelle, drei davon vollelektrisch. Die Marke wirkt nicht nur positiv auf unsere CO₂-Bilanz, sondern MINI besitzt eine eingeschworene Fangemeinschaft.
Im Luxussegment ist Rolls-Royce das Maß aller Dinge. Nun ist bereits der zweite vollelektrische Rolls-Royce verfügbar, der Black Badge Spectre. Der Phantom ist das ikonischste Fahrzeug der Märkte, feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag und gute Gründe, die Manufaktur in Goodwood zu erweitern. Über £300 Millionen sind die größte Investition seit der Eröffnung des Werkes im Jahr 2003. BMW Motorrad hat wieder überzeugt. Unsere Zweiradmarke führt das globale Premium-Motorradsegment ganz klar und eindeutig an. Über 210.000 Motorräder und Scooter. Wieder erneut ein Bestwert. Fast ein Drittel davon macht die GS aus. In diesem Jahr folgt die neue 1300er Modellfamilie. Auch ich fahre sehr gerne Motorrad und kann deshalb sagen: Unser Portfolio ist so stark wie noch nie. All das haben wir 2024 gemeinsam geschafft, obwohl im Verlauf des Jahres vieles ganz anders kam, als wir geplant oder erwartet hatten.
Die Auslieferungssperren und Rückrufe haben sich finanziell ausgewirkt. Sie gingen zurück auf eine Komponente des integrierten Bremssystems eines Zulieferers. Das haben wir zügig abgearbeitet und auch transparent kommuniziert. In China war der Markt schwach. In einigen Märkten wurden auch weniger E-Fahrzeuge nachgefragt. Im September 2024 mussten wir daher unsere Prognose anpassen. Wir haben danach noch mehr gekämpft. Ihr Unternehmen ist immer auf der Spur geblieben. Auch das differenziert uns. Unsere angepassten Ziele haben wir erreicht. Über 2,45 Millionen ausgelieferte Automobile. Die EBIT, die EBITDA-Marge im Konzern lag bei 7,7%. In China, das wissen Sie, haben wir weniger verkauft. Der Wettbewerb ist intensiv. Die Preise unter Druck. Heimische Anbieter gewinnen nun verstärkt Marktanteile. Uns überrascht das aber nicht. BMW ist weiter Segmentführer. Zudem ist China immer noch unser absatzstärkster Einzelmarkt für E-Fahrzeuge. Über 100.000 BEVs haben wir dort 2024 ausgeliefert.
Und vergessen wir nicht: Vom überdurchschnittlichen Erfolg auf dem chinesischen Markt haben wir sehr lange profitiert. Auch das ist wichtig. Ihr Unternehmen besitzt in China eine ausgezeichnete Reputation. Dafür muss man lange im Markt sein und investieren. Rund ¥116 Milliarden flossen alleine in unsere Produktionsbasis in Shenyang seit 2010. Auch unser F&E-Netzwerk, unser Entwicklungsnetzwerk in China ist stark. Größer ist es nur noch in Deutschland. In den letzten Monaten war ich mehrfach in China, etwa beim China Development Forum. BMW war dort übrigens exklusiver Mobilitätsanbieter mit 30 Fahrzeugen, dem BMW i7 und dem BMW i5, selbstverständlich vollelektrisch. Wir alle im Vorstand sind regelmäßig vor Ort und sprechen mit unserem BMW-Team China. In China, für China. So lautet unsere Strategie. Übrigens auch für die neue Klasse. Ab 2026 laufen in Shenyang die ersten in China produzierten Modelle der neuen Klasse vom Band.
Unser Designteam in Shanghai hat die Entwicklung aller china-spezifischen Modelle der neuen Klasse geleitet. Und so ist unser dortiger BMW iX3 maßgeschneidert für chinesische Bedürfnisse. Eben aus China, für China. Wir gehen marktspezifisch vor. Und das bewährt sich immer wieder. Wo, wenn nicht in China, entscheidet sich das Technologierennen in unserer Branche? Dort wird beispielsweise KI intensivst genutzt. Deshalb schließen wir KI-Partnerschaften mit führenden chinesischen Tech-Unternehmen für die Integration in unsere Fahrzeuge in China. Nehmen Sie Alibaba. Gemeinsam entwickeln wir die nächste Stufe der Sprachinteraktion zwischen Mensch und Automobil. Auch DeepSeek ist dabei. Wir integrieren das KI-Denken von DeepSeek in unsere neuesten Modelle in China. Ende des Jahres starten wir bereits. Meine Damen und Herren, diese Beispiele zeigen: Auch bei digitalen Anwendungen handeln wir in China, für China. Und wir können China-Tempo. Lassen Sie sich nichts anderes einreden. Das Land ist unser größter Einzelmarkt.
Und deswegen ist klar: Wir wollen auch dort wieder auf einen Wachstumspfad gelangen. Dafür konsolidieren wir aktuell auch unser Händlernetzwerk. Für Sie als Aktionärinnen und Aktionäre zählt: Was nehmen wir uns jetzt im Jahr 2025 vor? In einem Wort: Wachstum. Unser Absatz soll leicht steigen. Jetzt mögen Sie fragen: Was stimmt uns so zuversichtlich? Das sind neben unseren Mitarbeitern unsere Produkte. Über 40 neue überarbeitete Automobile bringen wir auf den Markt bis ins Jahr 2027. Alle Marken und alle Antriebe inklusive. Dafür haben wir investiert. In diesem Jahr feiert ein echtes Erfolgsmodell-Jubiläum: 50 Jahre BMW 3er. Sehr populär, das wissen Sie, ist unser BMW X3. Die neueste Version ist ganz frisch auf dem Markt. Wir fertigen den X3 weltumspannend in Spartanburg in den USA, in Shenyang in China und in Rosslyn in Südafrika. Ein konkretes Beispiel, wie wir flexibel agieren in einem zunehmend protektionistisch geprägten Umfeld.
Unseren Vertrieb stellen wir zukunftsorientiert auf. Wir nutzen ein Agenturmodell. Darin können unsere Kundinnen und Kunden zwischen On- und Offline-Kanälen nahtlos wechseln. Bei Mini sind bereits 15 Märkte in Europa umgestellt. Keine Zukunftsmöglichkeit. Es ist bereits passiert. Bei unserer Kernmarke BMW ist der Prozess noch einmal deutlich umfassender. Wir lernen hier aus den Erfahrungen bei Mini. Für die Vorbereitung bei der Marke BMW nehmen wir uns dieses und kommendes Jahr Zeit. Sie werden fragen: Wo bleiben unsere Händler? Ganz einfach. Eng, ganz eng an unserer Seite natürlich. Die gesamte Umstellung erfolgt nämlich mit ihnen gemeinsam. Alles andere würde auch nicht zu unserem Unternehmen, zu BMW, passen. Händler und unsere Niederlassungen bleiben unsere wichtigsten Erfolgskriterien für unseren Vertriebserfolg. Vor allem für das Markenerlebnis unserer Kundinnen und Kunden. In unsicheren Zeiten valide Vorhersagen zu treffen, ist nicht einfach. Bei der Prognose für das Geschäftsjahr 2025 haben wir deshalb schnell reagiert.
Wir haben bereits die Auswirkungen der neuen Zölle einbezogen, die zum Stichtag am 12. März bekannt waren. Diese Effekte machen ungefähr einen Prozentpunkt in der EBIT-Marge im Segment Automobile aus. Nun erwarten wir eine EBIT-Marge im Korridor zwischen 5% und 7%. Die globalen Rahmenbedingungen bleiben dynamisch und unsicher. Viele OEMs, nicht nur aus unserer Branche, wagen daher aktuell keine Prognose. Wir schon. Nach dem ersten Quartal haben wir sie nämlich bestätigt. Dazu nutzen wir Prämissen. Bis zum Sommer wird sich unserer Ansicht nach in der Zolldebatte noch einiges bewegen. Noch in diesem Jahr könnte ein guter Ausgleich in den Verhandlungen mit den USA gelingen. Davon gehen wir bei unseren Prämissen aus. Wir beobachten die Entwicklungen und bereiten uns auf unterschiedliche Szenarien vor. Langfristig, meine Damen und Herren, halten wir am Zielkorridor von 8% bis 10% fest bei der EBIT-Marge im Segment Automobile.
Ein Hebel dabei sind geringere operative Kosten. Sie sollen im Laufe des Jahres nominal zurückgehen. Damit komme ich zu meinem dritten Punkt: Unser globaler Fußabdruck. Die Weltwirtschaft ist stark verflochten. Lieferketten sind eng vernetzt. Lässt sich das umkehren? Wir glauben nicht. Was wir wissen: Protektionismus führt in eine Sackgasse. Für einen modernen Halbleiter zum Beispiel braucht es 60 Elemente des Periodensystems. Welches Land besitzt denn alle davon? Die Antwort können Sie sich schon denken: Keines. Am Ende verlieren dann alle. Produkte werden teurer und natürlich auch weniger innovativ. Wer zahlt die sogenannte Zeche? Die Kunden. Strafzölle, Abschottung und technologisches Decoupling. Wie bleiben wir hier erfolgreich und geopolitisch neutral? Werden Sie sich fragen. Das sind auch Ihre Top-Themen als Aktionärinnen und Aktionäre, die Sie uns im Vorfeld mitgeteilt haben. Alleine globale Strahlkraft reicht heute eben nicht mehr aus.
Nur wer in den Regionen auch lokal verankert ist, verbleibt im Spiel. Das wird zur Bedingung für ökonomischen zukünftigen Erfolg. Ihr Unternehmen ist in den Weltregionen präsent. Seit Jahrzehnten mit Produktion, Forschung und Entwicklung, mit Vertrieb und einer ganz engen Beziehung mit unseren Zulieferern. Wir schaffen Mehrwert vor Ort. Im Ergebnis sind wir einer der wenigen wirklich globalen Player unserer Industrie. Ein echter Vorteil jetzt in dieser volatilen Zeit und im heutigen Wettbewerb. Ihr Unternehmen hat bereits das nächste Level erreicht. Absatz und Produktion sind etwa ausgewogen in unserer globalen Wertschöpfung. Das heißt in Europa, den USA und in China haben wir 2024 jeweils etwa gleich viele Fahrzeuge verkauft, wie wir vor Ort in absoluten Zahlen produziert haben. Rund eine Million Fahrzeuge in Europa, knapp 400.000 in den USA und rund 700.000 in China. Das macht uns so schnell niemand nach.
Ein weiteres Plus ist unser Ansatz: Local for Local. Wir bauen ihn jetzt systematisch weiter aus. Lokale Lieferketten und Kooperationen werden noch relevanter. Denken Sie an unsere Montagewerke für Hochvoltspeicher. Fünf neue Standorte entstehen gerade. Local for Local. Alle nah an unserer Produktion in Europa, in den USA und in China. Dort fertigen wir nämlich die nächste Generation der Hochvoltbatterien für unsere E-Fahrzeuge. Einer dieser neuen Standorte entsteht hier gleich um die Ecke in Niederbayern in Irlbach-Straßkirchen. Darüber hat die Fachzeitschrift Auto Motor Sport berichtet unter dem Titel: "BMW baut schneller als BYD". Auch wenn Sie das nicht glauben, es ist so. Besser, finde ich, kann man es nicht auf den Punkt bringen. Das ist unser Thema, das ist unser China-Tempo. Das ist unser China-Tempo, aber hier in Niederbayern. Absatz und Produktion sind bei uns ausgewogen verteilt. Trotzdem bleiben wir exportstark.
Das gilt vor allem für Deutschland, unserem Heimatmarkt. Und das gilt aber ebenso für die Vereinigten Staaten von Amerika, unser zweites Zuhause. In München und Bayern liegen unsere Wurzeln. Herkunft verpflichtet. Was sonst? Über eine Million Fahrzeuge haben wir im Jahr 2024 in unseren deutschen Werken gefertigt. Das entspricht rund einem Viertel aller hierzulande produzierten Automobile in unserer Industrie. Ich wiederhole: Ein Viertel aller Fahrzeuge in diesem Land wird bei BMW produziert. Mehr als die Hälfte davon verkaufen wir außerhalb der EU. Wir leisten etwas am und für den Standort Deutschland. Wie gesagt: Herkunft verpflichtet. Und das übertragen wir auch auf die junge Generation. Auf dem Werksgelände in München bauen wir gerade einen Talent-Campus. Der Name ist Programm. Ein neuer Ort für Qualifizierung für alle 40.000 Mitarbeitenden hier am Standort in München. Talente mit unterschiedlichen Perspektiven machen uns stärker und noch innovativer.
Und das ist und bleibt unsere Kultur bei BMW. In den USA nun feiern wir in diesem Jahr 50 Jahre BMW Nordamerika. Im Januar war ich selbst in Spartanburg. Denn wir wurden vom republikanischen Gouverneur Henry McMaster geehrt. In South Carolina. Ohne BMW wäre die Entwicklung in der Region und im Bundesstaat ganz anders verlaufen. Das wissen und schätzen auch die vor Ort politischen Vertreter. Zahlen sprechen eine klare Sprache. 43.000 Arbeitsplätze bieten wir in South Carolina direkt und indirekt. Jedes zweite Fahrzeug, das wir heute in Spartanburg fertigen, wird exportiert. Alleine im vergangenen Jahr haben wir so einen Exportwert von über $10 Milliarden generiert. Das macht Ihr Unternehmen erneut zum größten Automobilexporteur nach Wert in und aus den Vereinigten Staaten heraus.
Nimmt man die vergangenen zehn Jahre zusammen, dann beträgt unser Exportwert aus den USA heraus über $100 Milliarden. Jetzt machen wir Spartanburg auch fit für die E-Mobilität. Dazu investieren wir mehr als $1,7 Milliarden. Das erste E-Modell aus Spartanburg läuft schon nächstes Jahr vom Band. Alle diese Zahlen unterstreichen die Leistungskraft von BMW in den USA. Wir sind die einzigen, die dort in dieser Tiefe produzieren. Unsere Wertschöpfung ist umfassend und sie ist ein ganz gewichtiges Argument. Das wird bei den laufenden Verhandlungen rund das Thema Zölle eine ganz zentrale Rolle spielen. Schauen wir uns die Welt gemeinsam an. Bei den Zöllen gilt: Jeder gegen jeden. Wir plädieren dafür, Zölle ganz abzuschaffen. Für unsere Industrie durch faire Behandlung.
Deswegen hatten wir bereits vor einiger Zeit, bereits im letzten Jahr, einen viel beachteten Vorschlag unterbreitet: Einen einheitlichen Zollsatz zwischen Europa und den USA von 2,5%. Natürlich, dann ist es ja nicht mehr weit bis 0%. All dies macht deutlich: Ihr Unternehmen befindet sich in einer sehr soliden Verhandlungsposition. Nicht nur in den USA, sondern in allen Regionen. Das unterscheidet uns, das unterscheidet BMW. Überall sprechen wir mit Entscheidern. In Brüssel, in Berlin, in Washington und natürlich auch in Peking. In der EU fahren wir eine harte Linie. Das betrifft die zusätzlichen Zölle der EU auf BEV-Importe aus China. Diese treffen nämlich auch unsere in China produzierten Elektromobile bei BMW und bei Mini. Das bereits seit Oktober 2024. Deshalb wehren wir uns. Gegen die EU haben wir eine Klage eingereicht. Wir lassen diese Antisubventionsmaßnahme nun gerichtlich überprüfen. Ihr Unternehmen profitiert von einer integrierten Weltwirtschaft.
So viel steht fest. Unsere Haltung ist und bleibt konsistent. Wir treten ein für offene Märkte und freien Welthandel. Denn Wachstum entsteht nicht durch Schließung und Abschottung. Wachstum gedeiht durch Öffnung. Punkt. Damit komme ich zu meinem vierten Thema: Unser Zukunftsprojekt für Techführerschaft. Die 1960er Jahre liegen weit zurück. Damals kam die ursprünglich neue Klasse auf den Markt. Manche mögen sich noch entsinnen. Ein starker Impuls für langanhaltendes Wachstum von BMW. Heute stellen wir erneut die Weichen für den Erfolg Ihres Unternehmens. Für die kommenden Dekaden. Dabei gilt: BMW ist die neue Klasse und die neue Klasse ist BMW. Wir entscheiden nicht in alte und neue Technologiewelten. Jedes künftige BMW-Modell profitiert von den Technologie-Clustern in diesen Fahrzeugen. Auch die neue Designsprache übertragen wir auf das gesamte Produktportfolio. Die neue Klasse ist damit ein riesiger Technologie-Baukasten, der alles andere mit befähigt.
Wir erzielen wirtschaftliche Vorteile durch hohe Kommunalität und Skaleneffekte. Gleichzeitig erhalten unsere Kunden ihre Fahrzeuge stets mit der neuesten Technologie, egal welchen Antrieb sie gerade wählen. Jetzt wird es ein bisschen technisch. Freude am Fahren in der neuen Klasse ist eben auch Software. Etwa unser neuer BMW Panoramic iDrive. Dazu zählt ein völlig neues Anzeigesystem. Es projiziert Inhalte über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. Zudem gibt es in den Fahrzeugen vier Hochleistungsrechner. Sie steuern die wichtigsten Funktionen im Fahrzeug. Wir nennen sie Superbrains. Mit ihnen steigern wir erheblich die Rechenleistung im Fahrzeug - das 20-Fache gegenüber dem Vorgängermodell. Auch das Bordnetz ist neu und deutlich vereinfacht. 600 Meter weniger Kabel, weniger Gewicht, höhere Energieeffizienz. So geht es in der neuen Klasse. Einer der vier Rechner ist unser Heart of Joy. Das Herz der Fahrfreude sozusagen, wie Sie es von BMW kennen.
Und in dieser Steuereinheit bündeln wir für alle Funktionen die Antriebs- und Fahrdynamikfunktion. Internationale Touristen haben das erlebt. Sie waren mit unserem Werksfahrer Jens Klingmann auf der Teststrecke. In unserem BMW Mission Driving Experience, kurz VDX. Das ist dabei herausgekommen. Sehen Sie selbst. Solche Emotionen kann man nicht spielen. Das ist die pure Freude am Fahren der übernächsten Dimension. Der VDX ist der stärkste Entwicklungsträger, den wir jemals gebaut haben. Seine Eckdaten sind gigantisch: 18.000 Newtonmeter Drehmoment, bis zu 1,2 Tonnen Abtrieb, Querkräfte von bis zu 3G. Also die dreifache Erdbeschleunigung. Solche Werte erzielen sonst nur Rennwagen der absoluten Top-Klasse. Wir grenzen damit, wir testen damit die Grenzen der Fahrphysik aus. Jetzt mögen Sie sich fragen: Wieso machen die das? Warum tun die das? Es ist ganz einfach. Ein System, das solche Kräfte beherrscht, erfüllt erst recht die Anforderungen im Alltag. Absolut souverän.
Auf der Auto Shanghai im April haben wir nochmal nachgelegt. Wir haben einen speziellen Parcours mit einer riesigen Rampe aufgebaut. Das war spektakulär, wenn Sie dabei gewesen wären. Aber ich glaube, die Bilder sehen ja schon spektakulär aus. Unser VDX hat schlichtweg begeistert in China. BMW in China. Die Reichweiten auf Social Media waren phänomenal. Viele der Technologien aus dem VDX setzen wir eben in der neuen Klasse ein. Wir sind jetzt auf der Zielgeraden. Und das beweisen wir Ihnen hier und heute. Sie erleben jetzt eine fahraktive Inszenierung. Das gab es bei unserer Hauptversammlung hier in der Halle noch nie.
Ich bin sicher, es wird Sie begeistern. Aber bitte bleiben Sie trotzdem auf Ihren Plätzen sitzen, wenn die Autos jetzt gleich einfahren. Meine Damen und Herren, das sind sie. Die ersten beiden Serienmodelle der neuen Klasse. Heute sind sie noch getarnt. Und so soll es auch ein wenig noch bleiben.
Denn es soll spannend bleiben. Sie sind alle geübte BMW-Aktionärinnen und Aktionäre. Und darum erkennen Sie sofort an den Proportionen, bei diesem Modell handelt es sich um eine sportliche Limousine im heutigen BMW-Dreiersegment. Und das andere Modell ist ein typischer Vertreter der X-Familie. Das ist unser neuer BMW iX3. Er wird der erste Vertreter der neuen Klasse sein. Und wenn man so will, bekommt er sogar ein eigenes Werk. Wir produzieren den iX3 in unserem neuen Werk in Ungarn. Im Herbst eröffnen wir den Standort Debrecen. Und auch die sportliche Limousine der neuen Klasse läuft nicht einfach so irgendwo vom Band. Dort drüben steht unser Stammwerk München. Es ist über 100 Jahre alt. Und wir bauen es derzeit komplett für die modernste Industrieproduktion mitten in der Stadt um. Ab 2026 läuft dort das zweite Modell an. Noch nie haben wir dieses Fahrzeug bisher öffentlich gezeigt.
Und danach rollen wir die neue Klasse weltweit aus. BMW ist ein globales Unternehmen mit unserem globalen Produktionsnetzwerk. Und schon heute lade ich Sie sehr herzlich zur IAA Mobility ein. Auch hier in München. Dort hat der BMW iX3 dann seine Weltpremiere. Dann auch ohne Tarnung. So wie er dann erhältlich sein wird. Werte Aktionärinnen und Aktionäre, bei BMW ist das sprichwörtliche Glas nie halb leer, sondern immer mindestens halb voll. Wir denken in Chancen und wir nutzen sie konsequent. Auch in einem unsicheren Umfeld. 110 Jahre wird BMW im nächsten Jahr. Die neue Klasse ist nur ein Beispiel, wie wir mutig und vorausschauend handeln. Der BMW-Weg ist geprägt von Zuversicht. Dafür steht unser Team BMW Group an allen Standorten weltweit. Wir alle ruhen uns nie auf dem Erreichten aus. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass sich Ihr Investment auch weiterhin lohnt.
Und wir alle schätzen es, wenn Sie weiter zu uns stehen. Vielen Dank. Herzlichen Dank, Herr Zipse, für Ihren Bericht und den Ausblick. Ich möchte nun unseren Finanzvorstand, Herrn Mertel, seinen Bericht über unser Aktienrückkaufprogramm sowie weitere finanzielle Themen bitten. Herr Merti, Sie haben das Wort. Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, 2024 war ein Jahr mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften für die BMW Group. Das erste Halbjahr verlief wie geplant. Die operative Marge lag im Zielkorridor zwischen 8% und 10%, den wir uns für das Gesamtjahr vorgenommen hatten. Im zweiten Halbjahr entwickelten sich dann weder der Absatz noch das Ergebnis im Rahmen unserer ursprünglichen Planungen. Das war hauptsächlich auf zwei Faktoren zurückzuführen. Erstens auf vorübergehende Auslieferungssperren und technische Maßnahmen im Zusammenhang mit dem zugelieferten integrierten Bremssystem IBS. Und zweitens auf die anhaltend gedämpfte Nachfrage in China. Dementsprechend haben wir am 10. September unsere Jahresprognose für wichtige Leistungsindikatoren angepasst.
Im vierten Quartal konnten wir den Vorratsbestand, der vor allem durch die vorübergehenden Auslieferungssperren am Ende des dritten Quartals deutlich erhöht war, erfolgreich reduzieren. Das wirkte sich positiv auf den Free Cash Flow aus, der mit €4,9 Milliarden, wie geplant, über €4 Milliarden lag. Auch die Auslieferungszahlen und das Ergebnis stiegen im Vergleich zum dritten Quartal wieder deutlich an. Insgesamt hat die BMW Group ihre angepassten Ziele für das gesamte Jahr 2024 erreicht. Der Konzernumsatz belief sich auf rund €142 Milliarden. Ein moderater Rückgang von 8,4% im Vergleich zum Vorjahr. Das ist hauptsächlich auf das geringere Absatzvolumen und den intensiven Preiswettbewerb auf dem chinesischen Markt zurückzuführen. Das Konzernergebnis vor Steuern lag mit €11 Milliarden deutlich unter Vorjahr, jedoch im Rahmen unserer angepassten Prognose. Daraus ergab sich eine Konzernumsatzrendite vor Steuern von 7,7%.
Im Segment Automobile gingen die Auslieferungen an Kunden gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Der Absatz unserer vollelektrischen Fahrzeuge legte im Vorjahresvergleich erneut deutlich 13,5% zu. Insgesamt machten unsere BEV 17,4% am Gesamtabsatz aus. Die EBIT-Marge, der wesentliche Indikator für die Profitabilität unseres Kerngeschäfts, lag mit 6,3% im angepassten Prognosekorridor von 6 bis 7%. Die operative Marge des Segments Motorräder erreichte 6,1% und lag damit ebenfalls in der Prognosebandbreite von 6 bis 7%. Das Ergebnis im Segment Finanzdienstleistung ging deutlich zurück auf €2,54 Milliarden. Wie erwartet fielen die Kosten für Kreditrisiken und für Restwertrisiken höher aus als noch im Jahr 2023. Wir verzeichnen allerdings weiterhin Erträge aus der Vermarktung von Leasingrückläufern, wenn auch in geringerem Umfang. Die Eigenkapitalrendite im Segment lag mit 15,1% im prognostizierten Korridor von 15 bis 18%.
Meine Damen und Herren, in unserem BMW Group Bericht 2024 haben wir erstmals freiwillig die vollständigen European Sustainability Reporting Standards (ESRS) für alle nachhaltigkeitsbezogenen Angaben angewendet. Die BMW Group berichtet zwar nur über Nachhaltigkeitsthemen, die gemäß ESRS als wesentlich eingestuft sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass Themen, die als nicht wesentlich eingestuft sind, weniger wichtig wären. Auch für diese Themen gibt es Regelungen, Verträge und weitere Maßnahmen, Risiken zu limitieren und Chancen zu nutzen. Wir legen unsere Performance in puncto Nachhaltigkeit klar und transparent offen, denn wir betrachten das Thema als Wettbewerbsvorteil. Die Umsetzung der ESRS-Anforderung hat zu einer Ausdehnung unseres Berichts über 100 zusätzliche Seiten geführt. Die Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen bleibt jedoch durch die individuelle Auslegung der rechtlichen Vorgaben weiterhin begrenzt. Das gilt selbst zwischen Unternehmen derselben Branche und wirft die Frage auf, welchen Mehrwert das umfassende Reporting für alle Stakeholder bietet.
Die BMW Group spricht sich für einige wenige Kernindikatoren aus. Sie sollen entscheidungsrelevant und eindeutig sein, die Nachhaltigkeitsberichterstattung vergleichbar zu machen und die Transparenz für alle Stakeholder zu erhöhen. Daher begrüßen wir die europäische Initiative zur Überarbeitung der Berichtsstandards für das Nachhaltigkeitsreporting. Letztendlich sollten relevante und präzise Informationen im Vordergrund stehen, die unseren Stakeholdern einen echten Mehrwert bieten. Damit komme ich zum Ausblick für unsere wichtigsten Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2025. Unsere Prognose, die wir mit dem BMW Group Bericht am 14. März veröffentlicht haben, berücksichtigt alle Zölle, die zum 12. März 2025 in Kraft waren. Seitdem hat die politische und makroökonomische Volatilität weiter zugenommen. Die Zollerhöhungen, die seit Anfang März in Kraft getreten sind, werden sich erheblich auf das Ergebnis des zweiten Quartals dieses Jahres auswirken. Die erwarteten Auswirkungen der Zölle auf das Jahresergebnis 2025 können nur auf Grundlage bestimmter Annahmen abgeschätzt werden.
In unserer aktuellen Prognose haben wir alle Erkenntnisse zum Stand 15. Mai berücksichtigt. Aktuell gehen wir davon aus, dass die Zollerhöhungen teilweise nur temporär sind und dass es ab Juli 2025 zu Reduzierungen kommt. Zudem sind in unserer Prognose Maßnahmen zur Minderung der negativen Effekte enthalten. Auf dieser Basis haben wir unsere Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2025 letzte Woche im Rahmen der Quartalsmitteilung bestätigt. Im Segment Automobile gehen wir also weiterhin von einem leichten Anstieg der Auslieferungen von BMW, MINI und Rolls-Royce-Fahrzeugen aus. Die EBIT-Marge im Segment Automobile wird voraussichtlich im Korridor von 5 bis 7% liegen. Im Segment Motorräder erwarten wir einen leichten Anstieg der Auslieferungen und eine EBIT-Marge zwischen 5,5 und 7,5%. Im Segment Finanzdienstleistung rechnen wir mit einer Eigenkapitalrendite von 13 bis 16%. Das Konzernergebnis vor Steuern wird voraussichtlich auf Vorjahresniveau liegen.
Dieses Ergebnis wollen wir mit einer gleichbleibenden Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreichen. Am 7. Mai haben wir die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2025 veröffentlicht. Sowohl der Absatz als auch das Ergebnis lagen in den ersten drei Monaten im Rahmen unserer Erwartungen. Das Konzernergebnis vor Steuern betrug €3.113.000.000 und die Konzernumsatzrendite lag bei 9,2%. Die Anzahl der Auslieferungen ging gegenüber dem Vorjahresquartal leicht um 1,4% auf rund 586.000 Fahrzeuge zurück. Die operative Marge im Segment Automobile lag mit 6,9% am oberen Rand unseres Zielkorridors von 5 bis 7% für das Gesamtjahr. Die BMW Group folgt weiter ihrer langfristigen Strategie. Wir nutzen die Flexibilität unseres globalen Netzwerks, die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen abzumildern. Wir steuern das operative Geschäft stringent und diszipliniert, sei es bei Forschung und Entwicklung, bei Investitionen oder bei operativen Kosten.
Und weil wir halten, was wir versprechen, sind nominale Kostensenkungen bereits im ersten Quartal sichtbar. Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, schauen wir nun auf unser Mitarbeiteraktienprogramm und unsere Aktienrückkäufe. Bereits seit 36 Jahren beteiligen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Mitarbeiteraktien am Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir berechtigten Mitarbeitern im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms Stammaktien der BMW AG angeboten. An diesem Programm haben sich rund 33.000 Mitarbeiter beteiligt. Insgesamt wurden für die Zwecke des Mitarbeiteraktienprogramms 1.352.000 Stammaktien auf der Grundlage von Paragraf 71 Absatz 1 Nummer 2 des Aktiengesetzes über die Börse erworben und an die Mitarbeiter weitergereicht. Damit komme ich zur Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien, die in der Hauptversammlung 2022 beschlossen wurde. Auf der Basis dieser Ermächtigung hat die BMW AG das im Jahr 2023 angekündigte zweite Aktienrückkaufprogramm planmäßig zum 3. April 2025 abgeschlossen.
Seit der letzten Hauptversammlung wurden im Rahmen des zweiten Aktienrückkaufprogramms 11.602.945 Stammaktien und 2.581.386 Vorzugsaktien über die Börse erworben. Da der Nennwert unserer Aktien €1 je Aktie beträgt, entfällt auf die zurückgekauften Stammaktien ein Betrag des Grundkapitals von rund €11,6 Millionen. Dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von 1,82%. Auf die zurückgekauften Vorzugsaktien entfällt ein Betrag des Grundkapitals von rund €2,6 Millionen bzw. 0,4%. In Summe ergibt sich ein Anteil am Grundkapital vor Einziehung und Herabsetzung von 2,22%. Für diese Aktien haben wir einen Gesamtkaufpreis von rund €1,1 Milliarden aufgewendet. Davon entfielen rund €940 Millionen auf Stammaktien und rund €200 Millionen auf Vorzugsaktien. Insgesamt hat die BMW AG damit im Rahmen des abgeschlossenen zweiten Aktienrückkaufprogramms 18.660.741 Stammaktien und 4.244.903 Vorzugsaktien über die Börse erworben. Auf die zurückgekauften Stammaktien entfällt ein Betrag des Grundkapitals von rund €18,7 Millionen.
Dies entspricht einem Anteil am Grundkapital von rund 2,92%. Auf die zurückgekauften Vorzugsaktien entfällt ein Betrag des Grundkapitals von rund €4,2 Millionen bzw. 0,66%. In Summe ergibt sich ein Anteil am Grundkapital von 3,59%. Der Gesamtkaufpreis für die erworbenen Aktien aus dem zweiten Aktienrückkaufprogramm betrug rund €2 Milliarden. Davon entfielen rund €1,65 Milliarden auf Stammaktien und rund €350 Millionen auf Vorzugsaktien. Im Durchschnitt haben wir pro Stammaktie €88,42 und pro Vorzugsaktie €82,45 bezahlt. Das Programm diente primär der Verbesserung der Kapitalstruktur der Gesellschaft durch Rückkauf und Einziehung der Aktien mit entsprechender Herabsetzung des Grundkapitals. Wir planen, sämtliche im zweiten Aktienrückkaufprogramm zurückerworbenen Aktien noch im ersten Halbjahr dieses Jahres einzuziehen und das Grundkapital entsprechend €22.905.644 herabzusetzen. Alle Informationen zum Thema Aktienrückkauf finden Sie auf unserer Intranet-Seite im Bereich Investor Relations.
Detaillierte Informationen zu den Rückkäufen im Geschäftsjahr 2024 finden Sie darüber hinaus auch in unserem Jahresabschluss. Meine Damen und Herren, wie Herr Dr. Reithofer bereits erwähnt hat, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat unter TOP 11 der Tagesordnung vor, die seit 2022 bestehende Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien zu erneuern und die bisherige Ermächtigung aufzuheben. Die BMW Group hält an ihrer Shareholder Return Strategy fest. Sie beinhaltet neben Dividendenzahlungen auch Aktienrückkäufe. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben soll die Ermächtigung über fünf Jahre und für einen Umfang von maximal 10% des Grundkapitals gelten. Die Ermächtigung sieht vor, dass die Aktien nur über die Börse erworben werden können. Dabei muss der Kaufpreis jeweils innerhalb einer Spanne von maximal 10% über oder unter dem Aktienkurs liegen, der an diesem Tag in der Eröffnungsauktion im XETRA-Handel ermittelt wurde. Die erworbenen Aktien können eingezogen werden.
Sie können darüber hinaus für Mitarbeiteraktienprogramme oder zum Erwerb von Unternehmen verwendet werden. In diesen Fällen ist es erforderlich, ein etwaiges Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Ich möchte dazu auf den schriftlichen Bericht des Vorstands zu diesem Thema hinweisen. Sie finden den Bericht in der Einberufung der Hauptversammlung und auf unserer Internetseite. Meine Damen und Herren, zum Abschluss möchte ich Ihnen den angepassten Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat vorstellen. Die vom Unternehmen zurückgekauften eigenen Aktien sind nicht dividendenberechtigt. Durch den bis zum 3. April durchgeführten Aktienrückkauf hat sich die Anzahl der heute dividendenberechtigten Aktien daher verringert. Der in der Einberufung zur Hauptversammlung veröffentlichte Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns muss entsprechend angepasst werden. Die vorgeschlagene Dividendenhöhe von €4,32 je Vorzugsaktie und €4,30 je Stammaktie bleibt unverändert. Die aus dem Dividendenvorschlag resultierende Ausschüttung beträgt nun rund €236 Millionen für Vorzugsaktien und rund €2,4 Milliarden für Stammaktien.
Die gesamte Ausschüttungssumme beläuft sich somit auf rund €2,6 Milliarden. Der vom Bilanzgewinn verbleibende Betrag in Höhe von rund €28 Millionen soll in die Gewinnrücklagen eingestellt werden. Den Wortlaut des aktualisierten Beschlussvorschlags wird Ihnen Herr Dr. Reithofer später nochmals mitteilen. Den aktualisierten Beschlussvorschlag haben wir vor rund einer Woche auch auf unserer Internetseite veröffentlicht. Meine Damen und Herren, ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und nun übergebe ich noch einmal an Oliver Zipse. Meine Damen und Herren.
ich möchte erneut das Wort an Sie richten, und das hat einen ganz besonderen Grund. Mit Ablauf der Hauptversammlung endet die zweite Amtszeit von Dr. Norbert Reithofer als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Ich denke, es ist auch sehr in Ihrem Sinne, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, dass wir das Lebenswerk von Herrn Dr. Reithofer noch einmal explizit würdigen. Lebenswerk ist ein großes Wort, und ich habe es dennoch bewusst gewählt.
Denn Sie, Herr Dr. Reithofer, haben Ihr gesamtes Berufsleben in den Dienst von BMW gestellt, fast vier Jahrzehnte lang. Davon ein Vierteljahrhundert als Mitglied des Vorstands, als Vorstandsvorsitzender und an der Spitze des Aufsichtsrates. "Ich habe nie jemanden aus der Verantwortung entlassen, und wir Vorstände wissen, was das bedeutet, am wenigsten aber mich selbst." Diesen Satz haben Sie gesagt, Herr Dr. Reithofer, als Sie sich von den oberen Führungskräften verabschiedet haben. Und genauso haben wir alle Sie bei BMW stets erlebt. Als Mann der Taten, der klaren Worte und einer klaren Haltung. Geradlinig und konsequent. Mit nur 35 Jahren haben Sie die Leitung des Karosseriebaus in unserem Stammwerk in München übernommen und damit auf einen Schlag die Verantwortung für über 2.300 Mitarbeiter. In den 1990er Jahren haben Sie unser Werk in Südafrika neu positioniert. In den USA waren Sie Werkleiter in Spartanburg.
Mit dem ersten BMW X5 wurde ein völlig neues Segment begründet, das die Marke BMW bis heute trägt. Als Produktionsvorstand haben Sie unser Netzwerk strategisch ausgebaut. Goodwood im Vereinigten Königreich, Shenyang in China und Leipzig in Deutschland. Drei neue Werke in nur drei Jahren. Die Basis für das weitere Wachstum, das war die Basis für das weitere Wachstum des Konzerns in den darauf folgenden Jahren. In Ihrer Zeit als Vorstandsvorsitzender haben Sie das Unternehmen in allen relevanten Kennzahlen auf ein neues Leistungsniveau gehoben. Nur zwei Daten: 2006, also Norbert Reithofer Anfang, produzierte BMW 1,373 Millionen Fahrzeuge, 2015 2,247 Millionen. Gleichzeitig haben Sie das Prinzip Efficient Dynamics in Serie gebracht und damit einen vermeintlichen Widerspruch aufgelöst. Die CO2-Emissionen des Unternehmens wurden gleichzeitig systematisch verringert, und das lange bevor der Klimaschutz die politisch-gesellschaftliche Debatte geprägt hat.
Und bis heute ist Efficient Dynamics unser Markenzeichen für mehr Leistung bei gleichzeitig weniger Verbrauch. Mit Augenmaß haben Sie das Unternehmen durch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise gesteuert. Danach ist BMW sofort durchgestartet. Die Strategy Number ONE war unser Kompass für den richtigen Weg in die Zukunft. Die beste Entscheidung ist die, die man trifft, so lautete Ihre Handlungsmaxime. Ihre mutigste Entscheidung, das haben Sie im Rückblick und wir auch übrigens oft betont, waren der BMW i3 und der BMW i8. Ein vollelektrisches Fahrzeug mit einem umfassend nachhaltigen 360-Grad-Ansatz, das bis heute einzigartig ist. Dazu ein Megasportwagen im Plug-in-Hybrid-Antriebssegment. So wurde BMW ab 2013 zum Vorreiter der Elektromobilität. 250.000 i3 fanden sehr zufriedene Kunden. Heute haben wir Ihren BMW i3 noch einmal mitgebracht. An Sie alle hier in der Halle dazu erneut die Bitte: Bleiben Sie während der Einfahrt des Fahrzeugs bitte auf Ihren Plätzen.
Überzeugende Produkte wie der BMW i3 und bekanntermaßen auch Bilder sagen oft mehr als tausend Worte. Dazu gibt es jetzt einen kurzen Film. Meine erste Begegnung mit BMW: Ich war Assistent an der Technischen Universität in München. Ich habe mir einen gebrauchten 520i Gold Metallic gekauft, und ich war wahnsinnig stolz auf dieses Auto. Ein Unternehmensführer muss die Ziele und die Werte eines Unternehmens verinnerlicht haben, und das hat Norbert Reithofer wirklich in ganz hohem Maße. Die Begeisterung für Technik und Innovation. Extrem verlässlich, vertrauensvoll, nicht abgehoben, immer bodenständig, erkennbar zielorientiert und erkennbar ehrgeizig, bestimmte Dinge zu erreichen, aber mit einem wirklich breiten Blick über den Tellerrand hinaus. Das waren wirklich Eigenschaften, die sehr zum Erfolg gerade bei BMW beigetragen haben. Das Unternehmen hat sicher ein völlig anderes Niveau erreicht.
Wenn ein Unternehmen zu lange zu erfolgreich ist, dann besteht immer die Gefahr, dass man sagt, man hat den Erfolg gepachtet. Nein, aber das stimmt nicht. Man muss sich Erfolg ständig erarbeiten. Die Strategie Nummer eins hatte ja auch den zusätzlichen Aspekt, das Unternehmen sehr frühzeitig auf den Paradigmenwechsel für unsere Industrie vorzubereiten. Handlungsfähigkeit, Flexibilität, Agilität, das sind ganz wesentliche Vorteile, gerade in volatilen Zeiten. Nach jeder Krise ist BMW eigentlich ein Stückchen stärker geworden. Ich glaube, dass das der Motor ist, der uns antreibt, und die Dynamik ist, die uns hilft, positiv in die Zukunft zu schauen. Nicht mit dem Mainstream schwimmen, sondern den eigenen Weg gehen, das macht exzellente Führung aus, und das prägte Ihr gesamtes Wirken bei der BMW Group. Lieber Herr Dr. Reithofer, in den vergangenen Jahren waren Sie für mich und uns im Vorstand Aufseher, Ratgeber, Mentor, Kritiker, Motivator, aber auch eben Rückhalt.
Persönlich und im Namen des Vorstandsteams sage ich Ihnen ausdrücklich und von Herzen Danke für all die hervorragende Zusammenarbeit im Sinne des beständigen Erfolges der BMW Group. Alles Gute für Sie. Ich freue mich nun, das Wort an Stefan Quandt zu übergeben. Vielen Dank. Sehr geehrter, lieber Herr Dr. Reithofer, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte heute das übliche Protokoll unserer Hauptversammlung unterbrechen, die Gelegenheit für eine Danksagung zu nutzen. Wir alle wissen, die BMW AG bietet seit Jahrzehnten faszinierende Produkte und ist auch aktuell mit nachhaltigen und großartigen Innovationen gut aufgestellt. Aber wir wissen auch, Unternehmensgeschichte wird in erster Linie von Persönlichkeiten geprägt. Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren habe ich daher an dieser Stelle Herrn Professor Milberg im Namen aller Aktionäre und Aktionärsvertreter für sein Wirken gedankt und aus dem Aufsichtsrat verabschiedet. Heute ist es mir ein besonderes Bedürfnis, Herrn Dr.
Reithofer nach zehn erfolgreichen Jahren an der Spitze des BMW Aufsichtsrates in den verdienten Ruhestand zu verabschieden. Wir verabschieden Sie, sehr geehrter Herr Dr. Reithofer, in einer herausfordernden Zeit, die im Zeichen der Absage an liberale Wertvorstellungen und dem Verlust international bisher gültiger Verlässlichkeiten steht. Der Historiker Heinrich August Winkler sieht das Jahr 2025 bereits als tiefste Zäsur der Weltgeschichte seit dem Untergang der Sowjetunion. Auch für die BMW AG, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für uns Aktionäre beginnt nun eine neue Zeitrechnung. Eine Zeitrechnung, die wir nicht begrüßen, aber der wir uns neu behaupten müssen. Zukunft wird aus Mut gemacht, so lautet ein geflügeltes Wort, das in diesen Tagen immer wieder gerne zitiert wird. Sie, lieber Herr Dr. Reithofer, haben dieses Wort bisher nicht zitiert, aber Sie haben es gelebt, in die Tat umgesetzt und damit wichtige Weichen für die Zukunft der BMW AG gestellt.
Insgesamt 38 Jahre gehörten Sie, lieber Herr Reithofer, dem Unternehmen BMW an. Sie haben auf drei verschiedenen Kontinenten für den Konzern gearbeitet. Und seit 25 Jahren sind Sie ohne Unterbrechung für BMW im Vorstand und Aufsichtsrat tätig, davon 19 Jahre im jeweiligen Vorsitz. Daher sage ich mit voller Überzeugung: Dies war eine Ära. Im Jahr 2006 wurden Sie zum Vorsitzenden des Vorstands der BMW Group bestellt. Kurz darauf, im Jahr 2007, haben Sie mit Ihrem Team die Strategie Number ONE gestartet und für das Unternehmen neue Ziele gesetzt. Auf diesem Kurs haben Sie das Unternehmen sicher durch die Finanzkrise und auch die Weltwirtschaftskrise geführt. Sie haben den Beweis dafür erbracht, dass Premium und Nachhaltigkeit in der heutigen Zeit zwei Seiten derselben Medaille sind. Sie haben eine klare Vision entwickelt für eine Zukunft, die uns viele Veränderungen abverlangt hat und in Anbetracht der erwähnten Zäsur auch zukünftig abverlangen wird.
Auf der Basis von Number ONE ist unser Unternehmen als global tätiger Fahrzeughersteller im Premiumsegment stetig gewachsen. In der strategischen Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Elektromobilität, Sie nennen es hier die Einführung der BMW i-Fahrzeuge, i3 und i8, haben Sie BMW frühzeitig als innovativen Pionier der Elektromobilität positioniert. Unter Ihrer Führung wurde die Marke BMW weiter gestärkt. BMW konnte auf diese Weise seine Position als führender Hersteller von Premiumfahrzeugen weiter ausbauen. Auch das enorme Wachstum in den internationalen Märkten fällt in Ihre Amtszeit. Besonders in China, dem größten Automobilmarkt der Welt, konnte BMW unter Ihrer Leitung seine Marktanteile erheblich steigern. Schließlich haben Sie die wirtschaftliche Stärke des BMW-Konzerns ausgebaut. Unser Unternehmen zeichnet sich für Profitabilität und finanzielle Stabilität auch in Zeiten großer Widrigkeiten aus, wie Sie das vergangene und bisher auch das laufende Jahr zweifelsohne bereitgehalten haben.
Mit Ihrer großen Erfahrung im Bereich Fertigung und Betriebswesen haben Sie zudem das Produktionsnetzwerk von BMW verschlankt und auf Effizienz getrimmt. Sie haben immer das Credo vertreten, dass Flexibilität und Reaktionsfähigkeit im Produktionsnetzwerk für einen Hersteller von der Größe von BMW unverzichtbar sind. Diese Überzeugung ist heute ein fester Bestandteil der DNA von BMW. Deshalb war es auch eine ganz bewusste strategische Entscheidung, dass, während der Wettbewerb mit der Umstellung ganzer Werke auf E-Mobilität begann, die BMW Group ihre Werke so aufgestellt hat, dass auf allen Bändern Fahrzeuge mit allen Antriebsarten gefertigt werden konnten. Dieses flexible, an der Nachfrage in den Märkten orientierte Antriebsangebot ist heute in Gestalt von Technologieoffenheit als goldene Regel in der Automobilindustrie fest etabliert. Während andere mit großen kommunikativen und operativen Mühen auf diesen Kurs einschwenken, können wir unseren Kurs halten und den erarbeiteten Vorsprung ausbauen.
Dieser erfolgskritische Fokus auf Flexibilität und Technologieoffenheit spannt einen Bogen vom Beginn Ihrer Amtszeit in 2006 bis in Ihre Amtszeit als Aufsichtsratsvorsitzender, in der Sie seit dem Jahr 2015 aus nicht operativer Funktion heraus ein wachsames Auge auf die BMW Group hatten. Sie haben den Aufsichtsrat souverän durch die wachsende Komplexität strategischer und regulatorischer Fragestellungen navigiert. Auch als Sie keine Verantwortung mehr für das Tagesgeschäft getragen haben, sind Sie dennoch ein wichtiger Berater und Sparringspartner des Vorstands geblieben. Sie haben sich immer Zeit für den Dialog mit dem Management genommen, und so wurden immer gemeinsam die für die BMW Group besten Lösungen entwickelt. Lieber Herr Dr. Reithofer, in einem Interview haben Sie einmal erklärt: "Als Vorstand wie als Aufsichtsrat muss man in der Lage sein, immer strategisch auf das Unternehmen zu blicken, nicht emotional." Ich möchte dieser Aussage natürlich nicht widersprechen, aber ich möchte sie mit einer Nuance versehen.
Unternehmensentscheidungen sollten natürlich immer strategisch begründet werden. Aber auf dem Weg dahin schadet eine emotionale Bindung nicht. Denn man schaut bei der Lösungsfindung nochmal genauer hin, man wägt nochmals sorgfältiger ab und man setzt Veränderungen mit mehr Kraft um, wenn einem der Erfolg des Unternehmens am Herzen liegt. Lieber Herr Dr. Reithofer, wir haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten Ihren strategischen Blick und Ihre klare Sicht auf das Unternehmen BMW sehr geschätzt. Aber wir haben dabei immer auch Ihre hohe Loyalität zum Unternehmen gespürt. Und in besonderer Weise verkörpern Sie damit auch das, was BMW bis heute und wohl auch in Zukunft ausmacht: die besondere Balance zwischen Bodenständigkeit und Weltoffenheit, zwischen Standortverbundenheit und globalem Erfolg. In Bayern daheim, in der Welt zu Hause – dieses Motto steht auch für Ihre ganz persönliche Erfolgsgeschichte mit den Bayerischen Motoren Werken. Lieber Herr Dr. Reithofer.
Reithofer, im Namen meiner Familie und ich denke aller Aktionäre danke ich Ihnen nochmals für Ihre großartige unternehmerische Leistung, die das Unternehmen in die Position gebracht hat, in der es sich heute befindet. Es ist ein stabiler Ausgangspunkt, den wir vor dem Hintergrund der aktuellen herausfordernden Rahmenbedingungen umso mehr zu schätzen wissen. In diesem Sinne von ganzem Herzen ein Danke für alles und unsere besten Wünsche für Ihre persönliche Zukunft. Haben Sie vielen
Dank für Ihre wertschätzenden Worte. Meine Damen und Herren, es war und ist mir eine Freude und Ehre, in den vergangenen 38 Jahren Teil dieser einzigartigen BMW-Gemeinschaft zu sein. Diese Zeit war geprägt von Herausforderungen, Erfolgen und vor allem von einem außergewöhnlichen Teamgeist, der BMW zu dem macht, was es heute ist: ein global führendes Unternehmen, das für Innovation, Qualität und Verantwortung steht.
Liebe Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstands, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich möchte Ihnen meinen tiefen Dank aussprechen. Ihr Vertrauen, Ihre Unterstützung und Ihr Engagement haben meine Arbeit stets begleitet und bereichert. Herzlichen Dank. Meine sehr geehrten Damen und Herren, damit sind wir am Ende der öffentlichen Übertragung unserer Hauptversammlung angelangt. Für alle angemeldeten Aktionäre übertragen wir die Hauptversammlung vollständig in unserem Online-Service. Wenn Sie diese Versammlung im Internet verfolgen und noch nicht im Online-Service eingeloggt sind, sollten Sie das spätestens jetzt nachholen. Die benötigten Zugangsdaten finden Sie auf Ihrer Anmeldebestätigung. Ich verabschiede mich von allen anderen Zuschauerinnen und Zuschauern unserer öffentlichen Übertragung und bedanke mich sehr herzlich für Ihr Interesse.