Sehr geehrte Damen und Herren, wir begrüßen Sie zur heutigen Telefonkonferenz von Henkel anlässlich der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen 2024. Anwesend sind Carsten Knobel, Vorstandsvorsitzender, und Finanzvorstand Markus Zwoboda, sowie das Corporate Communications Team. Bitte beachten Sie, dass wir die Telefonkonferenz inklusive der Q&A-Session sowohl live übertragen als auch später als Aufzeichnung für einen begrenzten Zeitraum auf unserer Internetseite www.henkel.de/presse anbieten. Ich übergebe nun das Wort an Carsten Knobel. Bitte schön.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, herzlich willkommen zu unserer Telefonkonferenz. Wir haben Sie bereits Mitte Juli über die vorläufigen Zahlen der ersten sechs Monate 2024 und die erneute Anhebung unserer Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2024 informiert. Heute Morgen haben Sie unseren ausführlichen Bericht über das erste Halbjahr 2024 erhalten. Darin stellen wir die Entwicklung der wesentlichen Umsatz- und Ergebnisgrößen im Detail dar. Ich möchte gerne die wichtigsten Punkte zusammenfassen. Zudem werde ich darüber sprechen, wie wir unsere Wachstumsagenda vorantreiben und natürlich möchte ich auch die angehobene Ergebnisprognose für das aktuelle Geschäftsjahr erläutern. Danach beantworten, wie immer, unser Finanzvorstand Markus Zwoboda und ich gerne Ihre Fragen. Meine Damen und Herren, wir befinden uns weiterhin in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld mit einer Reihe von politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten und hoher Volatilität.
Die jüngsten Entwicklungen und Spannungen im Nahen Osten oder die Turbulenzen an den Finanzmärkten, verbunden mit der Sorge über das weitere Wirtschaftswachstum, sind Beispiele dafür. Dennoch haben wir im ersten Halbjahr insgesamt eine sehr gute Geschäftsentwicklung verzeichnet. Wir haben ein gutes organisches Umsatzwachstum erzielt und das Ergebnis sehr stark gesteigert. Zugleich haben wir weiter kräftig in unsere Zukunft investiert, in die Stärkung unserer Marken, in Innovationen sowie in Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Insgesamt haben wir in den ersten sechs Monaten 2024 einen Konzernumsatz von rund €10,8 Milliarden erzielt. Das entspricht einem guten organischen Wachstum, Umsatzwachstum, also vor Währungen, Akquisitionen und Divestments, von 2,9%. Wir konnten im ersten Halbjahr 2024 aber nicht nur unseren Wachstumskurs weiter fortsetzen, wir haben vor allem eine sehr starke Verbesserung auf der Ergebnisseite erzielt. Dazu trugen neben höheren durchschnittlichen Absatzpreisen insbesondere auch Effizienzverbesserungen sowie Maßnahmen zur Portfoliooptimierung bei.
So stieg das betriebliche bereinigte Ergebnis im ersten Halbjahr sehr stark um 28,4% auf 1,61 Milliarden Euro. Auch die bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich sehr stark um 340 Basispunkte, also fast 3,5 Prozentpunkte, auf 14,9%. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie stieg um rund ein Drittel auf 2,78 Euro. Das ist eine Steigerung um 32,9% bei konstanten Wechselkursen. Ebenfalls stark steigend zeigte sich auch unser Free Cashflow. Mit 772 Millionen Euro lag er noch einmal über dem bereits hohen Wert aus dem ersten Halbjahr 2023. Das ist insbesondere auf den höheren Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit zurückzuführen. Das gute organische Umsatzwachstum, wie auch die beschriebenen Ergebnisverbesserungen, waren dabei von beiden Unternehmensbereichen getragen. Zum einen zeigt der Zusammenschluss unserer Konsumentengeschäfte zum Unternehmensbereich Consumer Brands spürbare Erfolge und wirkt sich sehr positiv auf die Umsatz-, Bruttomargen- und Ergebnisentwicklung aus.
Der Umsatz im Bereich Consumer Brands lag im ersten Halbjahr bei rund 5,3 Milliarden Euro. Organisch betrachtet legte der Umsatz um 4,3% zu. Diese Entwicklung ging vor allem auf höhere durchschnittliche Absatzpreise zurück. Das Volumen entwickelte sich hingegen rückläufig, vor allem bedingt durch die fortgesetzten Maßnahmen zur Portfoliooptimierung. Die Volumenentwicklung zeigte im zweiten Quartal 2024 aber eine sequentielle Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal 2024. Die Entwicklung der einzelnen Geschäftsfelder haben wir in der Pressemitteilung und im Halbjahresbericht bereits ausführlich dargelegt. Sollten Sie dazu Fragen haben, greifen wir diese gerne in der Q&A auf. Das bereinigte betriebliche Ergebnis von Consumer Brands erreichte 753 Millionen Euro und lag damit um 34,8% über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dieser Anstieg wurde durch die Entwicklung der durchschnittlichen Absatzpreise sowie durch Einsparungen getrieben. Aber auch Maßnahmen zur Optimierung und die sogenannte Valorisierung des Portfolios trugen hierzu wesentlich bei.
Die bereinigte Umsatzrendite erhöhte sich damit sehr deutlich um 390 Basispunkte, also fast vier Prozentpunkte, auf 14,3%. Kommen wir zu unserem Klebstoffgeschäft. Bei Adhesive Technologies tragen die angestoßenen Veränderungen ebenso zu der sehr guten Entwicklung von Henkel bei. Hier hatten wir die Organisationsstruktur noch stärker an unsere Kunden ausgerichtet und das Managementteam neu aufgestellt. Der Umsatz des Bereichs lag im ersten Halbjahr 2024 mit rund €5,5 Milliarden auf Vorjahresniveau. Organisch ist das eine gute Umsatzsteigerung von 2%. Diese wurde durch eine gute Volumenentwicklung getragen, während das Preisniveau gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine stabile Entwicklung zeigte. Ein Blick auf die Ergebnisse zeigt eine sehr gute Entwicklung. Das bereinigte betriebliche Ergebnis im Bereich Adhesive Technologies stieg im ersten Halbjahr 2024 um 21,8% auf €933 Millionen. Die bereinigte Umsatzrendite erhöhte sich sehr deutlich um 310 Basispunkte auf 17,0%.
Hier wirken sich vor allem niedrige Rohstoffkosten, Mixeffekte und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung positiv auf die Bruttomarge aus. Zusammengefasst: Henkel hat im ersten Halbjahr seinen profitablen Wachstumskurs in allen Bereichen erfolgreich fortgesetzt. Das belegt, dass wir mit unserer Strategie auf dem richtigen Weg sind und unsere Ausrichtung auf ganzheitliches Wachstum konkrete Erfolge bringt. Auf dieser Grundlage blicken wir auch zuversichtlich auf den weiteren Jahresverlauf. Deshalb haben wir bereits Mitte Juli unsere Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erneut angehoben. Darauf gehe ich gleich noch mal im Einzelnen ein. Meine Damen und Herren, im ersten Halbjahr 2024 haben wir nicht nur starke Ergebnisse erzielt, wir haben auch weiter konsequent an der Umsetzung unserer Wachstumsagenda gearbeitet und in allen Bereichen gute Fortschritte erzielt. Wie Sie wissen, haben wir für unsere Wachstumsstrategie einen klaren Rahmen definiert.
Die Hauptelemente dieses Rahmens sind: ein erfolgreiches Portfolio, klare Wettbewerbsvorteile in den Bereichen Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sowie zukunftsfähige Geschäftsprozesse und das Ganze aufbauend auf einer starken Unternehmenskultur. Mit der Zusammenführung der früheren Bereiche Laundry & Home Care und Beauty Care in den neuen Unternehmensbereich Henkel Consumer Brands haben wir einen entscheidenden Schritt vollzogen. Die Ergebnisse des ersten Halbjahrs 2024 zeigen deutlich, dass dies die richtige Entscheidung war. Die Zusammenführung erfolgt in zwei Phasen. Die erste Phase ist weitestgehend abgeschlossen und wir sind hier besser und schneller vorangekommen als ursprünglich geplant. Die zweite Phase der Integration, die sich auf die Optimierung des Produktions- und Logistiknetzwerkes im Unternehmensbereich Consumer Brands konzentriert, ist derzeit in der Umsetzung. So wurde zum Beispiel in den USA und in Osteuropa im Geschäftsfeld Laundry & Home Care das Produktions- und Logistiknetzwerk weiter optimiert und konsolidiert.
Insgesamt konnte durch diese Maßnahmen bereits eine Komplexitätsreduktion von rund 16% erzielt werden. Zudem haben wir die Maßnahmen zur Portfoliooptimierung im Unternehmensbereich Consumer Brands weiter vorangetrieben. Dabei lag der Fokus zuletzt auf dem Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft in Nordamerika. Zur weiteren Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit setzen wir auf die Einführung starker Innovationen in attraktiven Geschäftsfeldern. Diese haben auch im ersten Halbjahr 2024 in beiden Unternehmensbereichen zum Wachstum beigetragen. Im Bereich Adhesive Technologies bedienen wir den Trend zum Einsatz stärker integrierter Komponenten im Fahrzeugbau. Dadurch steigt die Nachfrage nach innovativen Klebstofflösungen. Hier geht es zum Beispiel um die Integration elektronischer Komponenten, die einen hohen Nutzen für das Fahrzeug bringen, ganz unabhängig von der Antriebsart. Gleichzeitig handelt es sich um einen hochkomplexen Anwendungsbereich mit sehr spezifischen Anforderungen in Bezug auf das Wärmemanagement der verwendeten Klebstofflösungen.
Henkel ist einer der wenigen Anbieter, die den Trend frühzeitig erkannt haben und in Zusammenarbeit mit führenden Autobauern und großen Zulieferern innovative Lösungen entwickeln. Für solche integrierten Komponenten wird in den nächsten Jahren ein Marktwachstumspotenzial von mehr als 20% erwartet. Im Unternehmensbereich Consumer Brands wurde der sehr starke organische Umsatzanstieg von über 7% im Geschäftsfeld Haar, insbesondere von der Dachmarke Schwarzkopf, getragen, sowohl im Konsumenten- als auch im Professionalgeschäft. Dabei wurde in diesem Geschäftsfeld eine positive Volumenentwicklung verzeichnet. Gleichzeitig stieg der Marktanteil für Styling und Colorationen um jeweils 40 Basispunkte an. Zudem wurde mit dem Relaunch von Gliss mit neuen Formeln für 100% stärkeres Haar im ersten Halbjahr ein zweistelliges organisches Umsatzwachstum der Marke Gliss erzielt. Meine Damen und Herren, wenn wir auf die Entwicklung von Henkel im ersten Halbjahr zurückblicken, können wir insgesamt sehr zufrieden sein.
Auf Basis der sehr guten Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf und den Erwartungen für die weitere Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr haben wir bereits Mitte Juli unsere Ergebnisprognose für 2024 angehoben. Wir gehen im Geschäftsjahr 2024 auf Konzernebene unverändert von einem organischen Umsatzwachstum von 2,5% bis 4,5% aus. Die bereinigte Umsatzrendite soll auf Konzernebene nun in der Bandbreite von 13,5% bis 14,5% liegen. Bisher waren wir von einem Wert zwischen 13% und 14% ausgegangen. Für das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie bei konstanten Wechselkursen erwarten wir nun ein Wachstum in der Bandbreite von +20% bis +30%. Bisher hatten wir 15% bis 25% erwartet. Zur Anhebung der Ergebnisprognose hat im Wesentlichen die höhere Gewinnerwartung im Bereich Consumer Brands beigetragen, bei gleichzeitig steigenden Investitionen für Werbung zur Unterstützung von Innovationen.
Zudem berücksichtigt die Prognose weiterhin die Erwartung höherer Preise für direkte Materialien in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zum ersten Halbjahr. Meine Damen und Herren, die Ergebnisse des ersten Halbjahres sowie die erneute Anhebung unseres Ausblicks in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld zeigen: Wir liefern, was wir uns vorgenommen und auch angekündigt haben, und wir erzielen greifbare Fortschritte in unseren Geschäften, beim Umsatz und beim Gewinn. Das spiegelt sich auch in der Anpassung unserer mittel- bis langfristigen finanziellen Ambitionen wider. Wir sind zuversichtlich, diese nun bereits mittelfristig zu erreichen. Zur Erinnerung: Wir streben hier auf Gruppenebene ein organisches Umsatzwachstum von 3% bis 4% an, außerdem eine bereinigte Umsatzrendite von rund 16% und ein Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Außerdem soll der Free Cashflow weiter ausgebaut werden.
Meine Damen und Herren, wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Zukunft für Henkel erfolgreich gestalten werden. Wir verändern Henkel mit mutigen Entscheidungen für eine erfolgreiche Zukunft und wir sind mit einer klaren Strategie auf dem richtigen Weg für weiteres profitables Wachstum. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Markus Woboda und ich beantworten nun sehr gerne Ihre Fragen.
Vielen Dank! Sie haben jetzt die Möglichkeit, Ihre Fragen zu stellen. Falls Sie eine Frage stellen möchten, drücken Sie bitte Stern eins auf Ihrer Telefontastatur. Sollten Sie Ihre Frage wieder zurückziehen wollen, drücken Sie bitte Stern zwei. Bitte stellen Sie sicher, dass beim Drücken der Tastenkombination Stern eins die DTMF-Töne an Ihrem Telefon aktiviert sind. Noch einmal zur Erinnerung: Falls Sie eine Frage stellen möchten, drücken Sie bitte Stern eins auf Ihrer Telefontastatur. Meine Herren, es liegen keine Fragen vor.
Ja, das ist auch neu in meinen vierzehn Jahren. Aber das ist ja nicht schlimm. Das zeigt ja, dass wir-
Entschuldigung, dass ich unterbreche. Wir haben eine Frage von Herrn Jansen, FAZ. Bitte schön.
Sehr gerne.
Jetzt habe ich es geholt. Jetzt wollte ich Sie, jetzt wollte ich Sie doch nicht ganz ohne Frage gehen lassen. Nee, ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich Sie hier auf die Kette gekriegt habe. Verzeihung. Genau, mich würde noch mal interessieren: Sie haben doch jetzt quasi gerade ausgeführt, wie Sie mit dem Programm vorankommen und Sie hatten ja auch die Prognose erhöht, schon zum Juli. Was ist denn sozusagen, vielleicht können Sie noch mal ein bisschen erklären, die Erwartungen für den Rest des Jahres jetzt sozusagen auf die einzelnen Bereiche? Wo erwarten Sie vor allem vielleicht so ein bisschen, ja, Möglichkeiten? Also man hat ja quasi in seiner Prognose immer die Möglichkeit, hier könnte es noch ein bisschen besser laufen oder da so ein bisschen schlechter.
Wie können Sie da noch mal so erklären, was sozusagen das ist, was Sie jetzt den Rest des Jahres noch beschäftigen wird?
Gut, Herr Jansen, sehr gerne. Fangen wir doch einfach mal an. Also grundsätzlich habe ich ja ausgeführt, dass wir, und ich glaube, das ist ganz wichtig, als wir die Strategie aufgestellt haben und dann ja durch, ich sage jetzt mal speziell die Jahre 2020 und 2021, durch die Pandemie. Sie wissen ja, 2022 der Russlandkrieg und doch die schwerwiegende Entscheidung, aber richtige Entscheidung, aus Russland herauszugehen, hat natürlich schon insgesamt unseren Weg, natürlich genau den Weg von anderen, stark beeinflusst. Deswegen war uns ja wichtig, in '23 und '24 sozusagen kontinuierlichen Fortschritt zu zeigen. Und ich glaube, das zeigen die Ergebnisse in drei-- oder haben die Ergebnisse in '23 gezeigt und auch das erste Halbjahr in '24. Und gerade das erste Halbjahr in '24 hat uns ja auch zuversichtlich gemacht.
Und Sie haben es ja angesprochen, wir haben ja vor, also Mitte Juli, ja die Prognose nochmals zum zweiten Mal angehoben. Jetzt auf die bekannten Werte 2,5% bis 4,5% im organischen Umsatzwachstum, 13,5% bis 14,5% in der Marge. Und wenn Sie den Gewinn pro Aktie anschauen, also plus 20% bis plus 30%, das sind natürlich schon hervorragende Entwicklungen und deswegen sind wir auch zuversichtlich insgesamt, dass sich auch das zweite Halbjahr natürlich grundsätzlich sehr positiv entwickeln wird, und damit natürlich das Gesamtjahr 2024 ein weiterer Baustein ist, dass wir unseren Fortschritt, den wir erzielen wollen, entsprechend umsetzen.
Wichtig in dem Zusammenhang ist, glaube ich, und das ist ja immer ein wesentlicher Faktor, dass obwohl wir ja das Ergebnis so stark ansteigen lassen werden, erhöhen wir die Investitionen in Marketing, in unsere Marken, in unsere Geschäfte, in Digitalisierung, in Nachhaltigkeit. Also eine wirkliche, würde ich mal sagen, und in Innovationen. Also eine wirklich sehr nachhaltige Entwicklung in dem Zusammenhang. Wenn man sich jetzt das zweite Halbjahr ein bisschen genauer anschaut, dann ist es zum einen, wenn man jetzt den privaten Konsum - also ich bin jetzt erst mal auf der Makroebene, spreche jetzt nicht bei Henkel, sondern in den Märkten insgesamt. Ich glaube, beim GDP wird sich zwischen dem ersten Halbjahr und dem zweiten Halbjahr nicht viel tun. Das wird so knapp unter 3% weltweit liegen.
Die Inflation, glaube ich, wird weiterhin hoch sein, aber sicherlich niedriger, als wir das in dem Vorjahr gesehen haben. Und der private Verbrauch, das ist natürlich sicherlich auch für uns ein wichtiger Aspekt, der wird ungefähr stabil sein zwischen zweitem Halbjahr und erstem Halbjahr, irgendwo bei 2,5%. Das ist jetzt vielleicht erst mal aus der Marktsicht. Wenn wir dann auf die beiden Unternehmensbereiche gehen, fangen wir erst mal mit Henkel Consumer Brands an. Da ist die Situation sicherlich so und das hatte ich ja auch ausgeführt: Wir sind sehr, sehr zufrieden mit unserem Haargeschäft, dass, also indem wir ja die Portfolioveränderungen schon komplett umgesetzt haben. Wir haben ja im Halbjahr ein Wachstum gesehen von plus 7% organisch, und zwar sowohl durch Preis, aber auch durch Volumen getragen, und zwar jetzt schon vier Quartale hintereinander.
Also die Strategie, die wir ja übergeordnet als erfolgreich sehen, nämlich die beiden Geschäfte zusammenzulegen, wirkt sich eigentlich schon komplett im Haargeschäft aus, und zwar in beiden, im Konsumentengeschäft als auch im Professional Geschäft. Und im Laundry and Home Care Geschäft ist es eben so, also Wasch- und Reinigungsmittel, wir sehen dort eine ähnliche Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr, wie wir sie im ersten sehen. Natürlich, und das ist einer der großen Unterschiede, sie liegt ja unterhalb des Haargeschäftes. Warum? Weil wir eben in dem Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft weiterhin noch an den Umsetzungen, sprich den Portfoliobereinigungen, arbeiten und diese umsetzen. Da hatte ich ja angekündigt, oder Herr Swoboda und ich angekündigt, dass wir das bis Ende des Jahres zu einem Abschluss bringen werden. Was natürlich auch ganz wichtig ist, damit man dann auch in ein normales Fahrwasser reinkommt.
Das ist vielleicht zu den Konsumentengeschäften. Wenn wir jetzt auf die Klebstoffgeschäfte gehen, und zwar vielleicht da auch erst mal wieder auf den Markt, also die Industrie insgesamt. Insgesamt, da gibt es ja eine Kennzahl, die uns sozusagen bei der Marktbetrachtung eigentlich ganz gut hilft. Und das ist der sogenannte IPX, also das ist ein Industrieproduktionsindex. Und dort ist es eigentlich so, dass wir hier eine deutliche Beschleunigung oder Erhöhung im Halbjahr zwei gegenüber Halbjahr eins erwarten. Im Halbjahr eins lag der ungefähr bei 1%. Der wird jetzt im zweiten Halbjahr bei drei, also über 2% liegen, also eine deutliche Beschleunigung in diesem Zusammenhang.
Und das ist auch der Grund, das hatte ich ja auch angekündigt, dass wir für das zweite Halbjahr im Klebstoffgeschäft ein höheres Wachstum sehen, gerade auch, was die Volumina angeht, als im ersten Halbjahr. Und da gibt es sicherlich zwei wesentliche Aspekte von den Kategorien. Wir lesen ja sehr viel über das Thema Automotive, also das Automotive Segment, dass das sicherlich in den nächsten Monaten eher ein sozusagen etwas niedrigeres Wachstum zeigen wird als im ersten Halbjahr. Aber hier kommt jetzt die Performance von uns zum Tragen. Wir sind klar am Outperformen, was den Automotive-Markt angeht. Wir gewinnen in sogenannten Pitches, also bei den Vorstellungen von neuen Projekten, bei den Automobilherstellern global, deutlich mehr Projekte als der Wettbewerb.
Und damit haben wir dort hatten wir schon im ersten Halbjahr eine Outperformance und wir denken auch, dass wir die im zweiten Halbjahr fortsetzen werden. Und im Electronics-Bereich gibt es insgesamt eine Recovery im zweiten Halbjahr, die wir erwarten, gerade auch in Bezug auf eine Markterholung in China. Und auch dort werden wir, denke ich, uns überproportional beteiligen. Wenn man das Ganze regional betrachtet, Nordamerika und Europa, werden wir auch für beide Regionen im Halbjahr zwei gegenüber Halbjahr eins eine entsprechende Verbesserung sehen. Das denke ich gibt so ein bisschen den Eindruck wieder, was wir im zweiten Halbjahr entsprechend erwarten.
Aber wie gesagt, das Entscheidende ist: Wir sind zuversichtlich und das ist ja auch der Grund, warum wir die Guidance das zweite Mal in diesem Jahr erhöht haben. Dass egal mit den Volatilitäten, mit den Unsicherheiten, die wir an den Märkten sehen, auch die politischen Themen, die Sie ja rund um die Welt beobachten, dass wir wirklich zuversichtlich sind, auch 2024 zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr für Henkel zu machen und damit das fortsetzen, was wir in 2023 gemacht haben. Und wie gesagt, ich kann's ganz kurz machen: Die Strategie greift, die Strategie passt und die Strategie wirkt. Und das ganz Wichtige ist: Unser Team ist in der Lage, weltweit das Ganze auch umzusetzen, was aus meiner Sicht natürlich auch einen großen Dank an das Team nach sich zieht.
Äh, die machen wirklich einen fantastischen Job. Das war jetzt lange, aber wir hatten ja auch nur erst mal eine Frage. Von der Seite konnte ich ja ein bisschen länger sprechen. Herr Jansen, wie war's das?
Auf jeden Fall. Kann ich da trotzdem noch, weil Sie gerade so interessante Punkte angesprochen haben, noch mal kurz zwei Nachfragen stellen? Einmal kurz sozusagen zum Konsumentengeschäft. Wenn man jetzt so gerade in die Supermärkte schaut, gibt's da so ein bisschen so eine Art Preiskampf und ich hatte nun das Gefühl, nachdem es sozusagen früher immer eher die Preise nach oben gingen, auch inflationsbedingt, ist das gerade so ein bisschen eine andere Richtung. Sind da Ihre Produkte eigentlich auch mit dabei oder haben Sie eigentlich durch die starke Markenposition das gar nicht so stark oder ist das sowieso was, was am Ende nur Händlermarge wäre, die da irgendwie unter Druck gerät, weil Sie die Preise eh vorher irgendwie geklärt haben? Und was sie dann im Supermarkt machen, ist Ihnen egal. Das wäre sozusagen die eine Frage.
Und die andere noch mal kurz zum Klebstoff und China. Sie hatten ja früher immer gesagt, dass Sie aufgrund der E-Mobilität erwarten, sozusagen mehr Klebstoffe pro Auto, also mehr Umsatz pro Auto machen zu können. Ist dann da eigentlich China gerade sozusagen die E-Mobilitätshoffnung für Sie, weil sich quasi ja, wenn man sich sozusagen den Gesamtmarkt anschaut, das noch etwas auch anders performt.
Ja, also gehen wir noch mal auf die Fragen ein. Also erst mal das Thema Konsumenten und Konsumentensentiment, jetzt gerade auch im Heimatmarkt. Eins ist ja erst mal, die Ausgangssituation ist ja, das hatte ich ja auch kurz dargestellt: Die Inflationsraten sind nicht mehr ganz so hoch, wie sie im letzten Jahr sind. Aber sie sind immer... Also die Inflation ist ja immer noch hoch. Sie ist nicht mehr so hoch, wie in der Vergangenheit. Und das führt natürlich auch dann entsprechend zu höheren Lohnkosten. Es gehört zu... Wir haben gleichzeitig natürlich, dass die Energiekosten hoch sind. Also das sind natürlich erst mal grundlegende Rahmenfaktoren, die das Ganze beeinflussen. Diese gesteigerten, die gestiegenen Kosten müssen wir natürlich grundsätzlich an unsere Kunden weitergeben.
Der Punkt ist schon, dass Sie das richtig beobachten oder das, was Sie hören, dass das natürlich im Markt auch zu entsprechenden, letztendlich Preiskämpfen beziehungsweise zu entsprechenden, ja, einer angespannten Situation führt. Ich glaube, da kann man nur eine Antwort drauf geben und ich denke, die geben wir. Die Antwort kann nur sein, dass wir uns fokussieren müssen auf starke Marken, die einen Mehrwert für unseren Kunden liefern. Nämlich sowohl in der Performance, also in der Leistung, aber auch in der Marke, in der Nachhaltigkeit. Das ist natürlich dann die beste Voraussetzung, um auch Preise durchzusetzen. Um Ihnen ein paar Beispiele zu geben: Wenn Sie sich anschauen, das neue Perwoll, wo wir wirklich über Technologie eine neue Formulierung haben, die die Farberhaltung oder die Farbwiederbringung in dem Textil bringt.
Das ist etwas, was Sie in der Konkurrenz so nicht bekommen auf dem Niveau. Und das ist natürlich etwas, wo man sich gegenüber dem Kunden dann auch positionieren und durchsetzen kann. Oder die auch schon vor einiger Zeit dargestellte Enzymtechnologie, die wir neuartig in Persil gebracht haben, um auch den Geruch in der Waschmaschine zu beeinflussen, im Sinne von positiv zu beeinflussen. Das sind halt alles Dinge, die Sie entsprechend tun müssen, innovativ am Markt sein, um sich durchzusetzen. Und wenn Sie das können, dann können Sie das auch entsprechend über eine positive Preisentwicklung entsprechend weitergeben. Also das ist vielleicht zum Konsumententhema. Das andere Thema, was Sie ja angesprochen haben, ist letztendlich, ja, die E-Mobilität.
Und da ist es sicherlich so, dass die E-Mobilität jetzt in den letzten Monaten, Quartalen entsprechend zurückgegangen ist. Das sehen wir ja auch in aktuellen Daten, die wir zum Beispiel in Deutschland sehen. Aber entscheidend ist ja: Wir können oder wir bieten sowohl Produkte und Lösungen für E-Autos als auch bei den klassischen Verbrennern an. Ich stehe natürlich weiterhin zu dem, was ich die ganze Zeit gesagt habe, dass das Umsatzpotenzial, was wir haben, bei E-Autos zweieinhalb Mal so hoch ist als bei den klassischen Verbrennern. Auf der anderen Seite hatte ich's ja eben gerade schon ausgeführt, haben wir es geschafft, in dem ersten Halbjahr und auch, wie gesagt, nach vorne schauend, Gewinne bei Projektausschreibungen der Automobilhersteller und Zulieferer zu machen.
Und zwar sehr starke Gewinnraten. Dass sich das natürlich überproportional auswirkt. Und zwar, obwohl wir in Teilen ja rückläufige Absatzzahlen sagen, haben wir höhere Anteile in den einzelnen Fahrzeugen. Und das führt dazu, dass im ersten Halbjahr wir überproportional eine Umsatzentwicklung in dem Bereich Mobilität und Elektronik hatten, und dass auch, ich sage jetzt mal, keine Änderung im Laufe des Jahres zu sehen ist. Natürlich spielt auch China in dieses Thema mit rein und wir sehen hier definitiv erste Zeichen von einer Markterholung. Und dann ist es natürlich so: Sie wissen ja, dass wir ein starkes Geschäft in China im Klebstoffbereich haben. Das wirkt sich natürlich dann auch auf unsere, sozusagen Geschäfte aus.
Und das natürlich speziell im Bereich Electronics, wo der chinesische oder der asiatische Markt natürlich insgesamt sehr ausgeprägt entsprechend ist. Ich glaube aber, insgesamt, langfristig gesehen, ist die E-Mobilität ein strategisch wichtiges Geschäftsfeld. Das heißt, wir werden auch dahin weiterhin investieren. Und ich denke, auch langfristig wird sich dieses Geschäftsfeld auch oder dieser Bereich auch auszahlen. Und ich denke, wir sind da hervorragend aufgestellt. Wir bedienen sämtliche Fahrzeuge, egal mit welchem Antrieb sie unterwegs sind. Und deswegen zeigen die Ergebnisse in diesem Jahr, dass das Ganze ja auch sehr positiv ist.
Und Sie wissen ja selbst, weil Sie es ja auch vor Ort schon mal gesehen haben, ein Thema, das ICD, also der Inspiration Center in Düsseldorf, ist ja ein Beispiel für die verschiedenen Center, die wir jetzt mittlerweile auf der Welt in den Klebstoffen haben oder gerade errichten. Und gerade in dem Inspiration Center Düsseldorf haben wir ja auch ein spezielles Battery Lab eröffnet. Einzigartig, glaube ich, in der Industrie, wo wir mit Kunden zusammen an diesem Thema arbeiten. Und ich denke, all das, hoffe ich, beantwortet jetzt Ihre Fragen, die Sie hatten.
Wunderbar. Vielen Dank!
Sehr gerne.
Wir haben eine Frage von Frau Dauer, Dow Jones Newswire, Wall Street Journal. Bitte schön.
Ja, guten Morgen in die Runde. Es sind schon viele Fragen beantwortet worden, auch direkt in der Pressemitteilung. Erlauben Sie mir noch eine Frage zu Venezuela: Was genau ist da noch mal? Hatten Sie da nicht die Marktanteile, die Sie wollten, oder hat das mit den politischen Entwicklungen dort zu tun, der Rückzug? Danke.
Sehr gerne, Frau Dauer. Aber ich denke, weil Herr Zwoboder ist ja auch im Call. Ich habe jetzt relativ lang gesprochen. Marco, Venezuela ist dein Home turf.
Ja, hallo Frau Dauer. Also, wie Sie wissen, ist die Lage in Venezuela ja schon seit langer Zeit relativ schwierig durch das politische Umfeld, das natürlich auch ökonomisch zu enormen Schwierigkeiten im Land führt. Und die sind jetzt so groß, dass wir uns jetzt entschieden haben, die Aktivität dort einzustellen. Die Aktivität hatte aber auch nur noch einen sehr, sehr geringen Umsatz. Insofern war das keine sehr große Aktivität mehr. Trotzdem haben wir uns jetzt entschlossen, den Standort komplett dort zu schließen. Und das zieht eben Restrukturierungsaufwendungen nach sich. Und wie wir das auch geschrieben haben im Pressestatement, sind die wesentlich nicht zahlungswirksam. Die ergeben sich aus der Währungsumrechnung im Konzern und da müssen wir vergangene Währungsverluste jetzt in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigen.
Und das war der Kommentar, dass sich die einmaligen Aufwendungen, die wir adjustiert hatten, auch zu einem Teil auf die Einstellung der Geschäfte in Venezuela bezieht.
Hat aber an sich nichts mit der Marktsituation zu tun. Wir waren am Markt vernünftig aufgestellt, aber man muss natürlich auch in der Lage sein, langfristig zu gewinnen und alles andere hat der Herr Swoboda ja schon ausgeführt.
Mhm. Das heißt, die Entscheidung ist neu? Ich wusste nicht, ob das schon längere gefällt wurde oder ob es jetzt wirklich eine neue Entscheidung ist.
Das ist eine neue Entscheidung, die wir im zweiten Quartal getroffen haben.
Mhm, okay, danke!
Sehr gerne, Frau Dauer.
Vielen Dank. Zum Abschluss der Konferenz übergebe ich noch einmal das Wort an Carsten Knobel. Bitte schön.
Ja, meine Damen und Herren, damit kommen wir zum Ende unserer Telefonkonferenz zu den Entwicklungen im ersten Halbjahr 2024. In den ersten sechs Monaten haben wir unseren Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt und eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielt. Wir haben unsere Ergebnisprognose bereits im Juli angehoben und erwarten nun eine höhere Marge und eine stärkere Entwicklung beim Ergebnis je Aktie. Zudem haben wir die Umsetzung unserer strategischen Prioritäten mit Nachdruck vorangetrieben und dabei wichtige Fortschritte erzielt. Das unterstreicht: Wir haben eine klare Strategie, die wir konsequent umsetzen. Wir liefern, was wir ankündigen. Und zwar Quartal für Quartal oder Halbjahr für Halbjahr. Wir sind mit Henkel auf einem klaren Kurs für weiteres profitables Wachstum. Wir haben auch unsere Mid- to Long-Term Ambitionen, finanzielle Ambitionen, auf Midterm umgestellt. Bei unserer nächsten Telefonkonferenz im November werden wir dann über die Umsatzentwicklung im dritten Quartal berichten.
Vielen Dank für Ihr Interesse. Ich, besser gesagt, wir wünschen Ihnen noch allen einen schönen Tag. Bis dann. Tschüss!
Meine Damen und Herren, hiermit ist die heutige Konferenz beendet. Herzlichen Dank für Ihre Teilnahme und wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Tag.