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Earnings Call: H1 2023

Aug 24, 2023

Speaker 1

Herzlich willkommen bei unserem kurzen Halbjahresergebnis 2023. Mein Name ist Stefan Steck. Ich bin der Investor Relations Manager bei Ibutech und neben mir sitzt Herr Leinbach. Der wird Ihnen gleich die Zahlen vorstellen des Halbjahres und einige Details näher beleuchten. Bevor wir starten, würde ich ganz gerne noch einen technischen Hinweis an Sie richten: Wenn Sie Fragen haben, können Sie das gerne während der Präsentation schon in das entsprechende Feld in Ihrem Monitor eingeben. Wir werden die Fragen sammeln, am Ende verlesen und dann natürlich gebündelt beziehungsweise einzeln, je nachdem, beantworten. Soweit meine Vorrede und damit würde ich direkt das Wort an Herrn Leinbach überreichen.

Speaker 2

Vielen Dank, Herr Dr. Steck. Ja, auch von meiner Seite möchte ich Sie herzlich zum Bilanzcall zu den Zahlen des ersten Halbjahres der Ibutech begrüßen. Es liegt ein herausforderndes erstes Halbjahr 2023 hinter uns, geprägt von einem herausfordernden Marktumfeld für die gesamte Chemiebranche und was bei uns erschwerend hinzukam, deutlich niedrigere Zinnpreise im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr, was deutlich auf den Umsatz gedrückt hat, beziehungsweise insbesondere den Vergleich auch zum Vorjahreshalbjahr geprägt hat. Beides zusammen führte zu einem Umsatz von €25,3 Millionen bei einem EBITDA von €2,9 Millionen und einer schönen, leicht über Plan liegenden EBITDA-Marge von 11,3%. Trotz aller operativer Herausforderungen im ersten Halbjahr haben wir wirklich dieses Jahr genutzt, um kontinuierlich strukturiert an unseren strategischen Themen, nämlich der Weiterentwicklung des Batteriegeschäfts und dem Glas Coating, weiterzuarbeiten.

Bereits im ersten Halbjahr hatten wir eine sehr, sehr starke Entwicklung im Batteriemarkt, im Batterieumfeld, was natürlich auch geprägt ist von verschiedensten Punkten, auf die ich nachher noch mal eingehen will und was uns aber zuversichtlich macht, eben auch für die weitere Entwicklung dieses Jahres beziehungsweise auch mittelfristig entsprechend sehr positiv gestimmt sein lässt. Gleichzeitig haben wir auch das Thema Glas Coating weiterhin strukturiert bearbeitet. Wir haben mitgeteilt, dass wir unsere neue Produktionsanlage technisch fertiggestellt haben, gerade aktuell in der finalen Inbetriebnahmephase sind und wir dadurch eben im zweiten Halbjahr deutlich unsere Mengen steigern werden, was uns ebenfalls, ja, positiv stimmt, das zweite Halbjahr deutlich besser gestalten zu können, als es im ersten Halbjahr der Fall war.

Aufgrund dieser aktuellen Entwicklungen, sehr, sehr positiver Kundenforecasts, Kundenaufträge, die bereits fürs zweite Halbjahr jetzt in der Pipeline sind, der sehr, sehr schönen Entwicklung im Batteriegeschäft und auch im Glas Coating, haben wir im Halbjahresabschluss die Prognose 2023 bestätigt und gleichzeitig auch noch mal darauf hingewiesen, dass die Wachstumsstrategie IBU 2025 weiter intakt ist und wir fest davon ausgehen und sehr überzeugt davon sind, dass wir entsprechend unsere Ziele hier erreichen werden. Bevor ich zu den Hauptwachstumstreibern komme und dort einige detaillierte Informationen geben will, lassen Sie mich kurz einen Blick auf die Zahlen werfen. Sie sehen, dass im Vergleich zum Vorjahres ersten Halbjahr der Umsatz von 29,5 auf 25,3 Millionen um 14% gesunken ist.

Das ist, wie eben schon kurz erwähnt, zum einen um 34% deutlich niedrigeren Zinnpreis geschuldet. Sie wissen, dass bei unserer Tochtergesellschaft, der BNT, Zinn der Hauptrohstoff ist und damit natürlich sehr stark preisprägend auch in die Kalkulation einfließt. Parallel und gleichzeitig ist es eben so, dass wir im Vorjahr, im ersten Halbjahr, verschiedene Periodeneffekte zu verzeichnen hatten. So war es eben der Fall, dass unser Pharmakunde, Novartis, im ersten Halbjahr 2022 noch mit einem signifikanten Umsatzanteil präsent war und im weiteren Verlauf des Vorjahres Novartis sich aber aus diesem Geschäftsfeld zurückgezogen hat und wir, wie wir eben auch in verschiedenen Corporate News dieses Jahr schon kundgetan haben, intensiv dran arbeiten und auch erfolgreich dran gearbeitet haben, eben diese wegfallenden Umsätze zu kompensieren. Eine vollständige Kompensation wird im zweiten Halbjahr 2023 erwartet, sodass eben hier dieser Rückgang entsprechend dadurch begründet ist.

Gleichzeitig sind wir auch planmäßig davon ausgegangen, dass unsere LFP-Verkäufe tendenziell in der zweiten Jahreshälfte stattfinden werden. Auch das ist ein Punkt, der entsprechend zu den niedrigeren Umsätzen momentan gerade beiträgt. Einhergehend mit den niedrigeren Umsätzen ist es auch so, dass unser EBITDA unter dem Vorjahresniveau liegt. €2,9 Millionen versus €3,7 Millionen im Vorjahr, ein Rückgang von 24%, auch eben begründet durch diese Periodeneffekte, gleichzeitig aber auch ein Stück weit dadurch begründet, dass wir in diesem Jahr noch mal intensiviert in den LFP-Vertrieb, in den Batteriematerialvertrieb investiert haben und auch in unsere Laborchemie weiter investiert haben, um dort eben für die Kunden ein attraktives Angebot darzustellen. Auch die EBITDA-Marge ist infolge des absoluten Rückgangs rückläufig im Vergleich zum Vorjahres ersten Halbjahr von 12,6% auf 11,3% gesunken.

Wir liegen allerdings trotzdem, trotz niedrigerer Umsätze und eines absolut niedrigeren EBITDAs, von der EBITDA-Marge leicht über unserem Plan. Im Wesentlichen dadurch begründet, dass wir im Bereich der Energiekosten aktuell auf einem für uns günstigeren Niveau laufen, als wir es planmäßig unterstellt hatten. Die Entscheidung im Energiebereich, im Spotmarkt zunächst zu bleiben, bis sich die Märkte beruhigen, hat sich hier absolut bewährt und bringt uns momentan deutliche Kostenvorteile. Außerdem haben wir natürlich aufgrund der Prognosen, die es bereits zum Jahresanfang für die Chemiebranche gab, von Anfang an eine hohe Kostendisziplin versucht umzusetzen, ohne jedoch allerdings die Wachstumsfelder auszusparen. Dort haben wir weiterhin unseren Kurs weiter verfolgt, um hier entsprechend die weitere Entwicklung nicht zu gefährden. Lassen Sie uns einen Blick auf das Thema Batteriematerial werfen. Wir sehen, dass das erste Halbjahr im Batterieumfeld sehr, sehr positiv gelaufen ist.

Wir hatten im Vergleichshalbjahr 22 €2 Millionen Umsatz hier und liegen jetzt im ersten Halbjahr 23 um 71% über diesem Wert. Getragen ist dieser Anstieg von einer wirklich ausgesprochen hohen Nachfrage an Entwicklungsdienstleistungen und Lohnproduktion. Wir sind auf beiden Seiten der Batterie hier aktiv. Wir sind im Kathodenbereich, wo ja auch unser eigenes Batteriematerial eingesetzt wird, wie auch im Anodenbereich hier für verschiedenste Kunden mit unserer Expertise zu Gange. Das zeigt einfach, dass wir mittlerweile als wirklich ausgesprochene Know-how-Träger und Experten im Markt wahrgenommen werden. Die beiden großen Entwicklungsaufträge, die wir auch in den Markt gemeldet hatten, laufen sehr, sehr gut. Wir haben hier tolle Ergebnisse erzielt. Die Kunden sind hochzufrieden. Wir haben gerade letzte Woche eine größere Lohnproduktion im Rahmen eines solchen Entwicklungsprojektes mit mehreren hundert Tonnen fertiggestellt.

Das entwickelt sich alles sehr, sehr gut und es entwickelt sich dahingehend auch sehr gut, dass wir gerade aktuell auch mit einem Kunden, für den wir Batteriematerial entwickelt haben, tatsächlich über den Aufbau einer Produktionsanlage im Gigafactory-Maßstab bis Ende 2025, 26 in intensiven Gesprächen sind. Ich bin bereits bereit dabei, mit Banken hier zu reden, um die Finanzierung sicherzustellen und die Gespräche sind wirklich in einem aktuell sehr konkreten Stadium und werden eben in mit hoher Intensität vorangetrieben. Gleichzeitig ist es so, dass wir aus den intensivierten Vertriebsaktivitäten viele Gespräche mit weiteren potenziellen Partnern aktuell führen. Themen sind dort Kooperationen in Materialentwicklung, in Batteriematerialentwicklung, neuer Batterietypen. Es sind Entwicklungsprojekte, wo es um neue Zellproduktionen geht, um Zellmodelle geht. Es sind Kooperationsgespräche, wo es darum geht, gemeinsam Produktionen aufzubauen.

Und wir sind hier entlang der kompletten Wertschöpfungskette mit den verschiedenen Partnern in Diskussion. Und es handelt sich hier nicht um kleine Partner, um kleinere Start-up-Unternehmen, sondern es handelt sich wirklich um richtig, richtig große, renommierte Konzerne, die sich hier entsprechend mit ihrer Macht, Marktmacht entsprechend positionieren, und wir auf Augenhöhe hier versuchen, eben die Dinge nach vorn zu bringen. Ja, einhergehend mit diesem positiven Vertriebsansatz, der Konsolidierung des Vertriebs, der Bündelung des Vertriebs, ist es natürlich auch so, dass wir auch durch die Intensivierung der internen Forschung und Entwicklung unsere Expertise deutlich verbessert haben, was uns natürlich auch bei den Kunden ein noch mal ein besseres Standing in der Vermarktung unserer Dienstleistungen und Produkte entsprechend bringt. Wir haben an verschiedensten Stellen immer gesagt, dass wir der einzige Produzent von LFP-Kathodenmaterial in Europa sind.

Das ist nach wie vor so. Das wird auch noch eine ganze Zeit lang so bleiben. Wenn wir erfolgreich sind mit dem Aufbau dieser Gigafactory, werden wir auch der Erste sein, der im LFP-Bereich tatsächlich eine Gigafactory-Produktion in Europa hat. Was wir momentan feststellen, ist, dass die EU-Batterieverordnung, die seit ungefähr vier Wochen in Kraft getreten ist, der sogenannte Batteriepass, noch mal eine Belebung der Nachfragetätigkeit in unserem Sinne mit sich gebracht hat. Von daher, wie gesagt, sind wir sehr zuversichtlich, dass die sehr, sehr dynamische Entwicklung, die wir im ersten Halbjahr 2023 festgestellt haben, sich auch im weiteren Jahresverlauf und auch darüber hinaus fortsetzen wird. Parallel sind wir natürlich auch dabei, unser eigenes Batteriematerial sowohl zu vermarkten. Hier erwarten wir eine Bestellung noch bis zum Jahresende im dreistelligen Tonnenbereich.

Gleichzeitig sind wir dabei, auch weitere Battery Grades auf Basis unseres Batteriematerials zu entwickeln, um einfach den Kunden hier noch ein attraktiveres, auf deren Anwendung bezogenes Portfolio an Materialalternativen anbieten zu können. Hier machen wir deutliche Fortschritte. Mit der schon zitierten gestiegenen Expertise ergeben sich immer wieder neue Anknüpfungspunkte und auch das ist was, was mittlerweile sehr, sehr positiv von den Kunden wahrgenommen wird. Noch mal zusammengefasst: Also ein sehr, sehr dynamisches Jahr im Batterieumfeld. Tolle Entwicklungen, tolle Entwicklungen in Richtung tatsächlich Kapazitätssteigerung, möglicher Kapazitätssteigerung. Tolle Entwicklungen mit neuen Partnern, gemeinsam das Thema Batterie nach vorn zu bringen, lassen uns entsprechend positiv für das zweite Halbjahr sein, von der Einschätzung, als auch natürlich für die Prognose damit und auch natürlich und insbesondere auch für die Strategie 2025.

Ja, das zweite große Wachstumsfeld, Glas Coating. Hier sehen Sie, dass wir die Menge im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 schon deutlich steigern konnten, steigern konnten ohne die Fertigstellung der neuen Produktionsanlage, die ja eine Kapazitätsverdoppelung am Ende bringen wird. Leider hat sich der Umsatz entsprechend nicht in dem Maße, wie die Produktionsmenge gestiegen ist, nach oben entwickelt. Das hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass wir eben diese besagten 34% niedrigeren Zinnpreis im Vergleich zum Vorjahr hier kalkulatorisch zu verarbeiten hatten. Hier sind wir auch nach wie vor der einzige Hersteller in Europa. Wir haben eine starke Position und wir gehen davon aus, dass wir diese Position auch weiter ausbauen können und mit der neuen Produktionsanlage eben auch in der Lage sind, entsprechend die Wachstumszahlen, die wir uns vorgenommen haben, zu erreichen.

Wie gesagt, die neue Produktionsanlage ist technisch fertiggestellt, befindet sich aktuell in den finalen Zügen der Inbetriebnahme und wird uns tatsächlich ab September, sage ich mal, Mitte September, nicht nur entsprechende positive Effekte bei der Rohmaterialausbeute bringen, sondern wird insbesondere auch entsprechend signifikante Verminderung der Vorräte, die wir aktuell bei der BNT auf Lager haben, mit entsprechenden positiven Liquiditätseffekten mit sich bringen. Das dritte Feld, die Spezialchemie, auch im Wesentlichen in der BNT angesiedelt, ist deutlich mit 37% unter Vorjahresniveau. Hier bündeln sich eben diese beiden Effekte, die ich vorhin versucht habe zu beschreiben, nämlich einmal der deutlich niedrigere Zinnpreis, aber auch entsprechend diese Periodeneffekte, wie zum Beispiel der Wegfall des Pharmakunden Novartis, der im letzten Jahr eben noch deutliche Umsatzanteile im ersten Halbjahr gebracht hat, wieder.

Wir haben es erfreulicherweise geschafft, in kurzer Zeit neue Beziehungen zu Generikaherstellern in Asien aufzubauen. Die laufen jetzt an, wir haben im ersten Halbjahr erste Mengen dorthin geliefert. Die Materialien oder das Material ist qualifiziert und wir gehen davon aus, dass im zweiten Halbjahr eben hier deutliche Steigerungen in den Absatzmengen erreicht werden können, sodass wir hier auch davon ausgehen, dass die weggefallenen Umsätze durch den Rückzug von Novartis hier entsprechend in dreiundzwanzig kompensiert werden können. Insgesamt sind wir dabei, in diesem Segment eben die Absatzmärkte deutlich Richtung Asien zu erweitern. Wir haben den Vertrieb Richtung Asien intensiviert, weil wir festgestellt haben, dass dort, eben, was diese Produkte anbetrifft, ein sehr, sehr großer Markt ist. Auch hier erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte weitere Aufträge aus Indien und aus China.

Ja, wenn wir uns hier die Folie anschauen, dann hatte die Überschrift, dass die Prognose bestätigt wird. Ich möchte das an der Stelle noch mal ausdrücklich betonen: Alle Punkte, die ich vorher genannt habe, die Perspektiven, die Chancen, unsere hervorragende Positionierung in Batterie- und im Glas-Coating-Geschäft, machen uns sehr, sehr zuversichtlich, dass wir das Jahr trotz des aktuellen Rückstands in Bezug auf die Planung erfolgreich abschließen werden. Wir haben uns deshalb eben entschieden, auch die Prognose zu bestätigen. Wir gehen auch davon aus, dass wir unser Ergebnisziel zum Jahresende halten werden. Hier ist der Rückstand auch gar nicht so groß im Vergleich zum Umsatz und von daher, ja, wie gesagt, wir haben die Prognose bestätigt für dieses Jahr. Dann können wir auch schon, bevor wir in die Fragen einsteigen, noch mal eine grobe Zusammenfassung uns anschauen.

Wir haben, wie gesagt, die Prognose 2023 bestätigt. Das haben wir gemacht aufgrund der Punkte, die ich vorher genannt habe. Wir haben sehr, sehr vielversprechende Kundenforecasts aktuell vorliegen, die auch im Vergleich zum Vorjahr über Umsatz- und EBITDA-Zielen liegen, sodass wir eben denken, dass hier dieser Aufholeffekt auch realistischerweise eintreten kann. Wir haben eine starke Entwicklung im Batteriebereich. Ich habe die vielen Einzelaktivitäten versucht darzustellen. Wir haben hier große Chancen auf zusätzliche Aufträge beziehungsweise auch auf neue Kooperationen mit großen Partnern. Wir haben die Glascoating-Anlage, die wir in Betrieb genommen haben und oder gerade dabei sind, in Betrieb zu nehmen, mit der entsprechenden Steigerung der Produktionsmengen. Wir haben eben weitere Aufträge aus Asien für bestimmte Produkte eben der Spezialchemie, die wir in Aussicht haben.

Das alles hat eben nicht nur die Bestätigung der Prognose 2023 zur Folge gehabt, sondern lässt uns wirklich sehr, sehr zuversichtlich in die Zukunft blicken, was die Strategie 2025 anbetrifft. Diese trägt weiterhin, die Equity Story ist absolut intakt und von daher bestätigen wir auch die langfristige Prognose für 2025 mit einem Umsatz von €102 bis €130 Millionen an der Stelle.

Speaker 1

Wunderbar, vielen Dank, Herr Leinbach. Damit würde ich dann direkt in die Fragen einsteigen. Ich habe auch schon die erste Frage bekommen. Wie gesagt, wenn Sie noch weitere Fragen haben, tippen Sie die gerne in das Feld in der Oberfläche ein und wir beantworten die dann gerne sofort. Die erste Frage bezieht sich auf ein aktuelles Thema. Und zwar hat der Batteriehersteller CATL, ein Nachbar von uns, gewissermaßen hier in der Region, eine neue LFP-Batterie vorgestellt. Für diejenigen, die es vielleicht noch nicht wissen: Da geht es darum, dass diese Batterie eine sehr hohe Kapazität hat und ja, Ende des Jahres in Produktion gehen soll. Und die Frage, die sich darauf bezieht, lautet: Können Sie bitte zu dieser Entwicklung etwas sagen? Sind Sie Lieferant von CATL?

Gibt es ähnliche Projekte in Europa? Das waren jetzt drei Fragen auf einmal. Ich würde einfach mal direkt an Herrn Leinbach geben.

Speaker 2

Ja, also wir sind mit CATL grundsätzlich in Kontakt. Welche Technologie jetzt im Einzelnen dahinter steht, wissen wir ehrlicherweise nicht. Wir haben momentan keine Kunden-Lieferanten-Beziehung mit CATL. Wir sind aber trotzdem, wie gesagt, in Kontakt. Und was war die dritte Frage noch mal davon?

Speaker 1

Gibt es ähnliche Projekte in Europa?

Speaker 2

Auch das wissen wir nicht. Unsere aktuellen Aktivitäten, was unser eigenes LFP-Material anbetrifft, gehen in die Richtung, dass wir versuchen, die heute üblichen Standards für eine möglichst breite Anzahl von Anwendungen, das ist ja nicht nur Automotive, es sind auch stationäre Energiespeicher und andere Anwendungen, zur Verfügung zu stellen. Entsprechende technologische Weiterentwicklungen haben wir auch im Fokus. Aber wie gesagt, was jetzt dieses konkrete Batteriematerial anbetrifft, kann ich keine weiteren Aussagen dazu machen aktuell.

Speaker 1

Alles klar. Ich habe dann auch zum Thema Batteriematerial noch eine weitere Frage. Eben auch Stichwort: unsere Partnerschaft im Batteriebereich mit Automobil- oder Nutzfahrzeugherstellern, die wir in der Vergangenheit ja schon gemeldet haben. Die Frage bezieht sich dann darauf, welche anderen Anwendungsbereiche denn sonst noch eine relevante Rolle für uns bei Evotec spielen?

Speaker 2

Am Ende ist es so, dass wir mit unserem Batteriematerial viele unterschiedliche Batterietypen bestücken können. Es ist also so, dass es kein Kathodenmaterial gibt, was für alle Anwendungen gleich gut geeignet ist. Sie brauchen bestimmte Anwendungen, wie im Automotive Umfeld, wo Sie eine schnelle Leistungsabgabe haben, um einfach Beschleunigung entsprechend darzustellen. Sie haben andere Anwendungen, wo Sie eine Vielzahl von Ladezyklen anstreben, wie zum Beispiel im stationären Energiespeicherbereich. Hier ist unser LFP 400 zum Beispiel prädestiniert dafür. Ist das Material, was bei Energiespeichern mit die besten Eigenschaften hat. Wie gesagt, wir haben schon mehrere unterschiedliche Grades in der Vergangenheit weiterentwickelt, um genau uns eben für weitere Anwendungsfelder aufzustellen. Automotive ist ein wichtiges Thema.

Hier sind wir zum Teil mit Partnern dran, aber auch zum Teil mit Eigenentwicklungen dran und, ja, sehen hier sehr vielversprechende Ansätze mit unseren aktuellen Aktivitäten an der Stelle.

Speaker 1

Dann hat uns noch eine Frage erreicht zum Thema China und wie wir die wirtschaftliche Schwäche Chinas sehen in Bezug zu der Aussage, die wir gerade in der Präsentation getroffen haben, in Aufträge, also weitere Aufträge dort für uns zu generieren?

Speaker 2

Gut, wir haben ja mehrere Anknüpfungspunkte. Das, was ich gerade beschrieben habe, was die Spezialchemie anbetrifft, dort geht's in einen sehr, sehr engen Markt. Also es geht darum, eben im Bereich der Blutdrucksenker, Generika-Hersteller. Wir denken nicht, dass der von einer wirtschaftlichen Schwäche Chinas in größerem Umfang tangiert sein wird. Was das Thema Batteriematerial anbetrifft, muss man einfach sagen: Glauben wir auch nicht, dass eine wirtschaftliche Schwäche hier einen signifikanten Einfluss hat, weil dort gibt es einfach den technologischen Vorsprung, der momentan ja mehr oder weniger zu durchbrechen ist. Und hier arbeiten wir dran und versuchen, uns eben hier in Europa entsprechend positiv zu positionieren.

Speaker 1

Vielen Dank! Die nächste Fragen, die ich noch bekommen habe bis jetzt, beziehen sich alle auf das Thema Batterien. Also zurück zu dem LFP-Thema. Erste Frage richtet sich auf die, also in Richtung der Gigafactory: Falls es zu einer Gigafactory kommen würde, planen Sie den Standort dann trotz der Energiekosten in Deutschland?

Speaker 2

Ja, wir würden den Standort in Deutschland planen, weil wir a) über keine Erfahrung verfügen, so eine Produktionsstätte im Ausland aufzubauen. Das ist das Erste. Das Zweite ist, dass wir uns auch mit unseren Partnern entsprechend hier so committet haben, dass wir das in jedem Fall in Europa abbilden wollen. Das hängt auch ein Stück weit mit Lieferkettenthemen zusammen, mit Logistikthemen zusammen. Und das Thema Energiepreise ist eins, das ist vollkommen richtig und ist berechtigt. Aber wir schätzen momentan ein, dass eben die Standortvorteile, die wir ansonsten sehen, überwiegen und nehmen eben diese höheren Energiekosten aktuell in Kauf. Parallel arbeiten wir natürlich auch dran, entsprechend bei der Standortauswahl unter Umständen eben auf erneuerbare Energien, Windkraft, Biogas und so weiter, eben auch auszuweichen beziehungsweise diese in Anspruch zu nehmen.

Das sind alles Dinge, die wir an der Stelle mit beleuchten, um hier eben ja Produktionsrahmenbedingungen zu schaffen, die auch die Wettbewerbsfähigkeit zukünftig gewährleisten.

Speaker 1

Stichwort Rohstoffversorgung: Ist die bei uns langfristig gesichert?

Speaker 2

Also wir haben schon seit zwei Jahren circa entsprechende Kooperationen mit Rohstofflieferanten abgeschlossen. Wir versuchen dort eben, ich sag mal, die für uns aktuell visibles Produktionsmengen entsprechend abzusichern. Wenn wir in Gigafactory-Maßstab gehen, verfolgen wir momentan das Modell, dass tatsächlich die Rohstoffe im Wesentlichen auch durch die Kunden beigestellt werden. Da wir hier in der Regel auch mit sehr, sehr großen Partnern zusammenarbeiten, sind wir der Meinung, dass die Einkaufspower und die Kunden teilen diese Einschätzung, dass die Einkaufspower deutlich größer ist als unsere, sodass eben hier nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern am Ende des Tages auch der Preis ein wesentlicher Faktor ist, der zu dieser Entscheidung geführt hat.

Speaker 1

Eine weitere Frage bezieht sich ebenfalls auf das Thema Kunden im Batterieumfeld, und zwar konkret auf den Kunden Morrow Batteries. Da hatten wir für diejenigen, die noch nicht so lange dabei sind, vor etwas über einem Jahr eine Entwicklungspartnerschaft verkündet und per News auch geteilt. Und die Frage bezieht sich eben darauf, ob weiterhin eine aktive Partnerschaft mit Morrow Batteries besteht. Ja, gebe ich so weiter.

Speaker 2

Ja, also das ist tatsächlich fast eine tagesaktuelle Frage. Herr war gerade mit Herrn Dr. Schwarz, unserem Vertriebsleiter, in Oslo zu einer zweitägigen Batterietagung und hat in dem Zuge auch zwei potenzielle Partner, unter anderem auch Morrow, besucht. Und in der Tat ist es so, dass diese Kooperation jetzt gerade wiederbelebt wird und wir entsprechend an dem Thema, was ursprünglich mal der Plan war, nämlich tatsächlich eine europäische Batteriezelle bauen zu wollen, auch wieder weiterarbeiten werden und wollen.

Speaker 1

Wunderbar, vielen Dank! Ich würde dann, hab jetzt gerade noch eine Frage, da würde ich kurz drauf eingehen. Und zwar zum Thema Entwicklung des Batteriemarkts und wie wir die Entwicklung gerade in Bezug auf LFP im Vergleich zu anderen Materialkombinationen einschätzen. Da freue ich mich sehr über die Frage, weil wir dazu auch eine schöne Folie vorbereitet haben, die ich vielleicht gerne mal einblenden würde. Leinbach.

Speaker 2

Sie sehen hier verschiedene Charts auf dem Slide. Wie Sie sehen können, haben wir aus verschiedenen Veröffentlichungen die einzelnen momentan in Europa aktiven Player, was Rohmaterial-Kapazitäten anbetrifft, was Zellproduktion anbetrifft, was Elektro-Fahrzeugentwicklung anbetrifft. Die Zahlen haben wir zusammengetragen und haben mal versucht, eben diese Zahlen in entsprechende Kapazitäten umzuwandeln und aus den Kapazitäten dann die Bedarfe für LFP abzuleiten. Fangen wir mal oben links an: Man sieht eben, dass sowohl die anderen Batteriematerialien als auch LFP bis 2030 deutlich ansteigen werden, ungefähr im Faktor zehn. LFP steigt ein bisschen stärker an als die anderen. Es gibt mehrere Alternativ-Kathodenmaterialien, aber LFP wird weiterhin eine sehr, sehr starke Rolle spielen.

Man sieht im Chart daneben, dass der Anstieg von 2022 zu 2030 ungefähr bei 33% liegt, nämlich von 30% auf 40%, allerdings bezogen auf die viel, viel größere Basis. Und wenn man das mal umrechnet, dann sieht man eben, dass wir in 2030 einen Bedarf von 1,2 Millionen Tonnen LFP-Kathodenmaterial haben werden. Und das entspricht einem Wert, einem Marktanteil, einem Marktwert von €34,4 Milliarden. Also ein riesiger Markt, und das erklärt auch ein bisschen, warum momentan eben auch kein echter Konkurrenzgedanke in diesem Ökosystem Batterien in Europa vorhanden ist, weil es ist einfach ein riesiger Markt und momentan geht es einfach nur darum, wie kriegt man bis 2030 überhaupt diese Volumen dargestellt?

Und das erklärt auch, warum momentan eben so viele Kooperationen in Verhandlung sind, nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen potenziellen Konkurrenten am Ende des Tages. Aber wie gesagt, aufgrund der Größe des Marktes gibt es keine echte Konkurrenzsituation, ja. Jeder wird ein Stück vom Kuchen am Ende des Tages abbekommen. Das ist unsere Einschätzung.

Speaker 1

Alles klar, vielen Dank. Das war's an Fragen, die ich hier auf dem Schirm habe. Ich gehe davon aus, dass alle, die Fragen stellen wollten, ihre Fragen gestellt haben und ansonsten können Sie sich natürlich jederzeit gerne an ir@ibutech.de wenden. Dann beantworten wir die Fragen gerne auch im Nachgang noch. Ansonsten vielen Dank für die Teilnahme und noch einen schönen Nachmittag von unserer Seite.

Speaker 2

Ja, vielen Dank und auf Wiedersehen!

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